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Konstruktiver Brandschutz

Zementgebundene Beschichtungen und Platten für den konstruktiven Brandschutz

Konstruktiver Brandschutz begrenzt den Temperaturanstieg und trägt dazu bei, dass tragende Stahl- oder Betonbauteile während einer definierten Brandbeanspruchung ihre erforderliche Leistungsfähigkeit beibehalten. Das VITCAS-Sortiment umfasst die zementgebundene FPC-Beschichtung für den Kellenauftrag, die zementgebundene FPC-S-Beschichtung für den Spritzauftrag und die nicht brennbare HT-Brandschutzplatte. Diese Produkte unterscheiden sich hinsichtlich Funktion, Verarbeitungsverfahren und Nachweisanforderungen. Das vollständige System ist anhand des projektspezifischen Brandschutzkonzepts, des tragenden Untergrunds, der geforderten Dauer und Klassifizierung, der Bemessungsbrandbeanspruchung, der Profilgeometrie, der Umgebungsbedingungen sowie zugelassener Prüf- oder Bewertungsdaten auszuwählen. Die Brandverhaltensklasse A1, eine maximale Materialtemperatur oder eine allgemeine Angabe von bis zu 240 Minuten weist für sich allein nicht den Feuerwiderstand eines Trägers, einer Stütze, Decke, Wand oder einer anderen Konstruktion nach.

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    VITCAS Hochtemperatur-Bauplatte ist eine nicht brennbare, feuerfeste Platte ohne Gipsanteil. Sie kann in Kombination mit Vitcas Hitzebeständigem Putz verwendet werden – insbesondere in Bereichen, in denen Vitcas Kaminputz nicht geeignet ist. Klassifiziert als nicht brennbar (A1) gemäß EN 13501-1:2002. Feuer- und wasserfest sowie resistent gegen Schimmel und Stockflecken.

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    Vitcas FPC ist eine trockene, mit der Kelle aufgetragene Brandschutzbeschichtung auf Basis von nicht brennbarer Vermiculit und Zement. Sie wurde für den passiven Brandschutz von Stahl- und Betonkonstruktionen entwickelt und bietet bis zu 240 Minuten Widerstand gegen Hydrokarbon- und Zellulosebrände. Die feuerfeste Beschichtung widersteht thermischem Schock, mechanischen Einwirkungen und Wassereinwirkung. Sie lässt sich einfach ohne Spezialausrüstung auftragen, erzeugt eine glatte und dauerhafte Oberfläche und kann bei Bedarf lokal ausgebessert werden.

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  3. FPC-S – Spritzbare zementgebundene Brandschutzbeschichtung
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    Vitcas FPC-S ist eine hochleistungsfähige, zementgebundene Spritzbeschichtung, die für den passiven Brandschutz von Stahl- und Betonkonstruktionen entwickelt wurde. Sie bietet bis zu 240 Minuten Feuerwiderstand gegen Kohlenwasserstoff- und Zellulosebrände und bleibt auch bei thermischen Schocks, Explosionsüberdruck und mechanischer Beanspruchung dauerhaft beständig. Geeignet für petrochemische Anlagen, Öl- und Gaseinrichtungen, Lagertanks, Druckbehälter und tragende Betonstrukturen gewährleistet sie einen langanhaltenden Brandschutz sowohl in Innenräumen als auch in exponierten Umgebungen.

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Konstruktiver Brandschutz ist ein geprüftes System

Passiver Brandschutz erkennt oder löscht keinen Brand. Er soll den Temperaturanstieg verzögern und dazu beitragen, dass ein Bauteil die gemäß Brandschutzkonzept des Gebäudes oder der Anlage erforderliche Leistungsfähigkeit beibehält. Das Ergebnis hängt vom Untergrund, vom Schutzmaterial, von der Trockenschichtdicke, einer gegebenenfalls erforderlichen Bewehrung oder einem Putzträger, der Grundierung, der Deckbeschichtung, der Geometrie, den Befestigungen, Fugen, der Brandbeanspruchung und der Ausführungsqualität ab.

Ein Produkt muss daher innerhalb des Anwendungsbereichs seiner Prüfung, Klassifizierung oder technischen Bewertung spezifiziert werden. Ein Ergebnis für ein bestimmtes Stahlprofil, Betonbauteil, eine bestimmte Brandkurve oder Umgebungsbedingung lässt sich nicht automatisch auf andere Ausführungen übertragen. In der Projektdokumentation sollten sowohl die erforderliche Leistung als auch die Nachweise für die vorgesehene Konstruktion angegeben werden.

Produkte und ihre vorgesehenen Einsatzbereiche

ProduktAusführungGeeigneter Einsatzbereich
FPC-BrandschutzbeschichtungZementgebundene Trockenmischung zum Auftrag mit der KelleAufgetragener passiver Brandschutz für geeignete Stahl- oder Betonbauteile, sofern das Projektsystem und die erforderliche Schichtdicke durch entsprechende Nachweise abgedeckt sind
FPC-S zementgebundene SpritzbrandschutzbeschichtungZementgebundene Trockenmischung für den SpritzauftragMaschinell aufgebrachter Schutz für geeignete Stahl- oder Betonbauteile, einschließlich ausgewählter industrieller Anwendungen, die vom zugelassenen Prüf- und Bewertungsumfang abgedeckt sind
HT-Hochtemperatur-Brandschutzplatte12 mm starke, formstabile, gipsfreie PlatteNicht brennbare A1-Platte für geeignete Hochtemperaturauskleidungen und dokumentierte Plattenkonstruktionen; nicht automatisch als Bekleidung für den konstruktiven Brandschutz geeignet

FPC – zementgebundene Beschichtung für den Kellenauftrag

FPC ist eine Vermiculit-Zement-Trockenmischung, die manuell auf vorbereiteten Stahl oder Beton aufgetragen wird. Der Kellenauftrag eignet sich für kleine Flächen, schwer zugängliche Bereiche, lokale Ausbesserungen und Projekte, bei denen Spritzgeräte nicht praktikabel sind. Auf der Produktseite wird eine Mindestauftragsdicke von 8 mm ohne Bewehrung und 13 mm mit Bewehrung angegeben. Dabei handelt es sich um verarbeitungstechnische Mindestdicken und nicht um allgemeingültige Schichtdicken für eine bestimmte Feuerwiderstandsdauer.

Auf der Produktseite wird eine Leistungsdauer von bis zu 240 Minuten bei Zellulose- und Kohlenwasserstoffbränden angegeben. Diese Angabe darf nur zusammen mit dem jeweils geltenden Prüfbericht, der Bewertung, Klassifizierung und Schichtdickentabelle verwendet werden. Zu prüfen sind das geschützte Bauteil, die Brandkurve, die Grenztemperatur oder das Bewertungskriterium, die Art der Brandbeanspruchung, die Bewehrung, der Untergrund und der zulässige Umgebungsbereich. Die für das Projekt erforderliche Schichtdicke kann über der Mindestauftragsdicke liegen und muss der zugelassenen Auslegung entnommen werden.

FPC ist für blanken oder entsprechend grundierten Stahl, unbeschichteten oder grundierten Beton sowie geeignete vorhandene VITCAS-Beschichtungen vorgesehen. Die Verträglichkeit von Grundierung und Haftverbund muss geprüft werden; die allgemeine Angabe grundiert reicht hierfür nicht aus. Oberflächenreinheit, Alkalität, Feuchtigkeit, Taupunkt, mechanische Aufrauung sowie eine mögliche Haftbrücke oder ein Putzträger können die Haftung wesentlich beeinflussen.

FPC-S – zementgebundene Beschichtung für den Spritzauftrag

FPC-S ist für den maschinellen Auftrag auf größeren oder komplexeren Stahl- und Betonflächen vorgesehen. Das Spritzverfahren kann den Arbeitsfortschritt und die Zugänglichkeit an Trägern, Stützen, Behältern und unregelmäßigen Details verbessern. Geräteauswahl, Wasserzugabe, Schlauchlänge, Düsentechnik, Schichtaufbau je Arbeitsgang und Rückprallkontrolle müssen jedoch der genehmigten Verfahrensanweisung entsprechen.

Auf der Produktseite werden bis zu 240 Minuten Schutz bei einem Kohlenwasserstoff-Lachenbrand und bis zu 120 Minuten bei einem Strahlbrand sowie Beständigkeit gegen Explosionsüberdruck, Witterung und Stoßbeanspruchung angegeben. Dies sind sicherheitskritische Angaben. Vor der Spezifikation sind die benannten Prüfnormen, Laborberichte, der bewertete Anwendungsbereich, der geprüfte Untergrund, die Probekörpergeometrie, die Trockenschichtdicke, die Bewehrung, die Annahmekriterien und Nachweise zur Umweltbeständigkeit einzuholen. Die Beständigkeit gegen Strahlbrand darf nicht aus einem Ergebnis für Zellulose- oder Lachenbrände abgeleitet werden.

FPC-S sollte ohne Vergleichsdaten zu Schichtdicke und Dichte nicht als Dünnschichtbeschichtung bezeichnet werden. Zementgebundener Spritzbrandschutz wird normalerweise anhand der eingebauten Trockenschichtdicke und Dichte kontrolliert. Im Arbeitsplan sind Zugänge für Prüfung und Reparatur, die Begrenzung des Spritznebels, Abdeckarbeiten und die Nachbehandlung zu berücksichtigen.

HT-Hochtemperatur-Brandschutzplatte

Die HT-Brandschutzplatte ist eine gipsfreie Platte mit den Abmessungen 1.200 × 800 × 12 mm, einer angegebenen maximalen Einsatztemperatur von 650 °C und der Brandverhaltensklasse A1 nach BS EN 13501-1. Die Klasse A1 beschreibt den Beitrag der Platte zur Brandentwicklung; sie gibt nicht den Feuerwiderstand einer Wand, Decke, eines Trägers oder einer Stütze in Minuten an.

Ein Plattensystem kann nur dann einen Feuerwiderstand erreichen, wenn für die vollständige Konstruktion geeignete Nachweise vorliegen. Dazu gehören Anzahl und Ausrichtung der Plattenlagen, Unterkonstruktion oder Auflager, Art und Abstand der Befestigungen, Fugen, Randabstände, Durchdringungen, Dämmung, Hohlraum, Untergrund und Richtung der Brandbeanspruchung. Die Produktseite der Platte enthält allgemeine Hinweise zur Befestigung und Oberflächenbearbeitung, jedoch keine Schichtdickentabelle für Bekleidungen im konstruktiven Brandschutz und keine R-, E- oder I-Klassifizierung für die aufgeführten Anwendungen.

Die HT-Brandschutzplatte darf für den konstruktiven Brandschutz nur verwendet werden, wenn eine aktuelle Klassifizierung oder Bewertung den betreffenden Aufbau ausdrücklich abdeckt. Für andere Anforderungen des passiven Brandschutzes stehen feuerbeständige Platten, Gewebe und Barrieren zur Auswahl. Leitungen und Installationen, die durch eine feuerwiderstandsfähige Konstruktion geführt werden, erfordern separat nachgewiesene Brandschutzabschottungen und Durchdringungsabdichtungen.

Brandverhalten und Feuerwiderstand

EigenschaftWas sie beschreibtWas sie nicht nachweist
BrandverhaltenDen Beitrag eines Produkts zur Brandentwicklung, einschließlich Brennbarkeit und anderer klassifizierter EigenschaftenDie Anzahl der Minuten, über die ein geschütztes Bauteil tragfähig bleibt oder Räume voneinander trennt
Tragfähigkeit RDen Zeitraum, über den ein tragendes Bauteil unter den klassifizierten Bedingungen die erforderliche mechanische Widerstandsfähigkeit beibehältRaumabschluss oder Wärmedämmung, sofern diese Funktionen nicht ebenfalls bewertet wurden
Raumabschluss EDie Fähigkeit eines raumabschließenden Bauteils, unter den klassifizierten Bedingungen den Durchtritt von Flammen und heißen Gasen zu verhindernTragfähigkeit oder Begrenzung der Wärmeübertragung
Wärmedämmung IDie Fähigkeit eines raumabschließenden Bauteils, den Temperaturanstieg auf der brandabgewandten Seite zu begrenzenDie Tragfähigkeit des Bauteils an sich

Die erforderliche Kombination und Dauer hängen vom Bauteil und vom Projekt ab. Eine Stahlstütze kann beispielsweise die Tragfähigkeit R erfordern, während für eine tragende Brandabschnittswand R, E und I erforderlich sein können. Das Approved Document B für England verknüpft die empfohlenen Leistungsanforderungen mit dem Bauteil, der Gebäudenutzung und der Gebäudehöhe sowie in relevanten Fällen mit dem Vorhandensein einer Sprinkleranlage. In anderen Rechtsgebieten des Vereinigten Königreichs und in Industrieanlagen gelten die jeweils anwendbaren Vorschriften, Normen und Brandschutzkonzepte.

Planung des Brandschutzes für Stahltragwerke

Stahl verliert mit steigender Temperatur an Festigkeit und Steifigkeit. Ein aufgetragener Brandschutz verlangsamt die Wärmeübertragung, die Trockenschichtdicke kann jedoch nicht allein anhand der geforderten Feuerwiderstandsdauer ausgewählt werden. Dem Fachplaner für konstruktiven Brandschutz und dem Systemlieferanten sind folgende Angaben bereitzustellen:

  • Erforderlicher Feuerwiderstand: die projektspezifische Dauer, Klassifizierung und Bemessungsbrandbeanspruchung.
  • Stahlbauteil: Profilbezeichnung, Abmessungen, Masse und Angabe, ob der Steg Öffnungen aufweist.
  • Profilfaktor: das Verhältnis des beflammten Umfangs zur Querschnittsfläche, das der zugelassenen Bewertung zugrunde liegt.
  • Brandbeanspruchung: die Anzahl der beanspruchten Seiten und die Angabe, ob es sich um einen Träger, eine Stütze, eine Strebe, ein Hohlprofil oder ein Verbundbauteil handelt.
  • Bemessungstemperatur: die durch den Lastausnutzungsgrad und die brandschutztechnische Bemessung begründete Grenz- oder kritische Stahltemperatur.
  • Untergrundsystem: Stahlvorbereitung, Grundierung, Korrosionsschutz, Gewebe oder Putzträger, Deckbeschichtung und Anschlussdetails.

Schichtdickendaten dürfen nur innerhalb der bewerteten Bereiche verwendet werden. Wabenträger, Lochstegträger, Zugglieder, Hohlprofile, Verbundbauteile und ungewöhnliche Anschlussbereiche können andere Nachweise erfordern als einfache I- oder H-Profile. Der Schutz muss entsprechend der Planung auch Schrauben, Stirnplatten, Vouten und andere Wärmebrücken vollständig umschließen.

Planung des Brandschutzes für Beton

Betonbauteile können einen aufgetragenen Schutz benötigen, um die Erwärmung, Abplatzungen, den Festigkeitsverlust der Bewehrung oder den Verlust der Tragfähigkeit zu begrenzen. Die Auswahl hängt von Betonart und -festigkeit, Feuchtezustand, Bauteilgeometrie, Bewehrungsüberdeckung, Einspannung, Last, beanspruchten Seiten und der erforderlichen statischen Funktion ab.

Es ist eine Bewertung einzuholen, die auf die tatsächliche Decke, Wand, den Träger oder die Stütze anwendbar ist. Nachweise für auf Beton aufgebrachte Schutzsysteme sollten Haftung, Schichtdicke, Untergrundvorbereitung und gegebenenfalls Gewebe oder Aufrauung festlegen. Dichter, glatter, verunreinigter, feuchter oder bereits beschichteter Beton kann eine besondere Vorbereitung erfordern. Eine Schichtdickentabelle für Stahl darf nicht für Beton verwendet werden. Ebenso darf ohne entsprechende Bewertungsdaten nicht angenommen werden, dass eine Beschichtung einer festen zusätzlichen Betondicke entspricht.

Zellulosebrand, Kohlenwasserstoffbrand und Strahlbrand

Unterschiedliche Brandszenarien führen zu unterschiedlichen Aufheizgeschwindigkeiten, Wärmestromdichten und mechanischen Beanspruchungen. Eine standardisierte Gebäudebrand- oder Zellulosebrandbeanspruchung ist nicht mit einem Kohlenwasserstoff-Lachenbrand gleichzusetzen. Bei einem Strahlbrand kommen intensive gerichtete Hitze, Turbulenzen und erosive Kräfte hinzu. Eine für eine bestimmte Brandbeanspruchung angegebene Dauer kann nicht auf eine andere übertragen werden.

Bei industriellen Spezifikationen sollte das glaubhafte Szenario aus der Brand- und Explosionsrisikobewertung hervorgehen. Für petrochemische Anlagen, Offshore-Anwendungen, Tanks, Behälter oder Prozessanlagen ist zu prüfen, ob die Nachweise die erforderliche Lachenbrand- oder Strahlbrandnorm, die Probekörperausrichtung, Explosions- oder Stoßbeanspruchung, den Untergrund, die Trockenschichtdicke, das Gewebe und die Umweltkonditionierung abdecken. Eine allgemeine Angabe wie feuerfest stellt keine Planungsgrundlage dar.

Verträglichkeit von Untergrund, Grundierung und Bewehrung

Das Schutzsystem muss vor und während der Brandbeanspruchung sicher haften. Jede Schnittstelle ist schriftlich zu bestätigen:

  • Stahl: Vorbereitungsgrad, Oberflächenprofil, Restsalze, Grundierungstyp, Trockenschichtdicke und Überarbeitungszeitraum.
  • Beton: Festigkeit, Entfernung der Zementhaut, Feuchtigkeit, Nachbehandlungsmittel, vorhandene Beschichtungen und Oberflächenrauheit.
  • Bewehrung: Material des Gewebes oder Putzträgers, Maschenweite, Befestigungsart, Abstand, Überlappung, Lage innerhalb der Beschichtung und Korrosionsbeständigkeit.
  • Haftschichten: zugelassene Grundierungen, Vorspritz- oder Haftschichten und deren Auftragsmengen.
  • Deckbeschichtungen: Verträglichkeit, Wasserdampfdiffusion, Witterungsbeständigkeit, Chemikalienbeanspruchung und Wartungsintervalle.

Ein nicht geprüfter Produktaustausch kann die Prüfnachweise ungültig machen. Eine zu hohe Grundierungsdicke, eine unverträgliche Korrosionsschutzbeschichtung oder eine ungünstige Lage des Gewebes kann die Haftung beeinträchtigen, selbst wenn beide Produkte unabhängig voneinander als feuerbeständig beschrieben werden.

Schichtdicke, Dichte und Ausführungsqualität

Vor Beginn der Arbeiten ist ein Prüf- und Inspektionsplan zu erstellen. Dieser sollte Referenzdokumente, Freigabepunkte, Untergrundabnahme, Umgebungsbedingungen, Mischen, Chargenkontrolle, Nassauftrag, Nachbehandlung, Trockenschichtdicke, gegebenenfalls Dichte, Haftzugprüfungen, Reparaturen und Abschlussdokumentation festlegen.

  • Bedingungen messen: Luft- und Untergrundtemperatur, relative Luftfeuchtigkeit, Taupunkt und Belüftung dokumentieren.
  • Wasserzugabe kontrollieren: nur die zugelassene Menge und saubere Geräte verwenden; zu viel Wasser kann Dichte, Festigkeit, Schwindverhalten und Erhärtung beeinflussen.
  • Mehrlagig aufbauen: maximale Schichtdicke je Arbeitsgang, Abbindeintervalle und Bewehrungsanforderungen beachten.
  • Trockenschichtdicke messen: ein festgelegtes Messraster und Annahmeregeln einschließlich lokaler Mindest- und Höchstwerte verwenden.
  • Durchgängigkeit prüfen: Ecken, Stege, Flansche, Anschlüsse, Unterseiten, Kanten und verdeckte Flächen kontrollieren.
  • Rückverfolgbarkeit dokumentieren: Produktcharge, Verarbeiter, Datum, Fläche, Schichtdickenergebnisse, Reparaturen und fotografische Nachweise aufbewahren.

Eine reine Durchschnittsdicke kann unsichere lokale Fehlstellen verdecken. Auch eine übermäßige Schichtdicke kann unzulässig sein, wenn sie die Eigenlast erhöht, Risse oder Ablösungen verursacht oder außerhalb des bewerteten Bereichs liegt. Für Toleranzen und Nachbesserungsverfahren ist die Systemdokumentation maßgeblich.

Innenbereiche, Außenbereiche und industrielle Umgebungen

Brandverhalten und Umweltbeständigkeit sind voneinander getrennte Anforderungen. Ein außenliegendes oder exponiertes System kann Regen, Frost-Tau-Wechseln, UV-Strahlung, Wind, Salz, Vibrationen, Reinigungswasser, Prozesschemikalien, Stoßbelastungen und Korrosion unter der Brandschutzbeschichtung ausgesetzt sein. Es ist zu klären, ob es sich um eine trockene oder feuchte Innenanwendung, eine teilweise exponierte, vollständig witterungsbeanspruchte, Offshore- oder chemisch aggressive Umgebung handelt.

Angaben wie witterungsbeständig, wasserbeständig oder eine Nutzungsdauer von dreißig Jahren erfordern definierte Nachweise zu Konditionierung, Untergrund, Deckbeschichtung und Wartung. Zementgebundener Brandschutz kann Stahlkorrosion verdecken. Inspektionen sind daher so zu planen, dass eindringende Feuchtigkeit, Risse und beschädigte Deckbeschichtungen erkannt werden, bevor Querschnitts- oder Haftungsverluste kritisch werden.

Schnittstellen, Durchdringungen und spätere Änderungen

Der konstruktive Brandschutz muss an allen relevanten Anschlüssen und Schnittstellen durchgängig ausgeführt sein. Er ist mit Verbunddecken, Fassadenbefestigungen, Trennwänden, Bewegungsfugen, Brandschutzabschottungen, Leitungsdurchführungen, Hohlraumsperren und abgehängten Decken abzustimmen. Eine Beschichtung auf einem Träger dichtet keine Leitungsdurchführung ab und gewährleistet keinen Raumabschluss, sofern das vollständige Detail nicht separat klassifiziert wurde.

Nachträglich angebrachte Befestigungen, Konsolen, Kabelhalter und technische Installationen können den Schutz durchtrennen oder zusammendrücken. Für Durchdringungen oder das Entfernen von Schutzmaterial sind kontrollierte Freigabeverfahren vorzuschreiben. Zugelassene Wiederherstellungsdetails sind einzuhalten und die Brandschutzdokumentation ist nach Änderungen zu aktualisieren. Beschädigte Arbeiten dürfen nicht verdeckt werden, bevor sie geprüft wurden.

Inspektion, Wartung und Reparatur

  • Haftung und Durchgängigkeit prüfen: Hohlstellen, Risse, Ablösungen, Abplatzungen, freiliegenden Stahl und ungeschützte Befestigungen feststellen.
  • Wasserwege kontrollieren: Leckagen, beschädigte Deckbeschichtungen, Korrosionsspuren und anhaltende Feuchtigkeit untersuchen.
  • Stoßschäden bewerten: Verkehrsbereiche, Technikräume, Ladezonen und Wartungswege kontrollieren.
  • Mit den Unterlagen vergleichen: das ursprüngliche System, den Schichtdickenplan, Fotografien und Klassifizierungsdokumente heranziehen.
  • Systemgerecht reparieren: bis zu tragfähigen Rändern zurückschneiden, den Untergrund vorbereiten und Grundierung, Gewebe und Beschichtung gemäß zugelassenem Detail wiederherstellen.
  • Änderungen dokumentieren: Ort, Fläche, Ursache, Materialien, Schichtdicke, Nachbehandlung und Abnahme festhalten.

Eine lokale Reparatur ist nur geeignet, wenn das verbleibende Material intakt ist und das ursprüngliche System eindeutig bestimmt werden kann. Großflächige Ablösungen, Korrosion, Wasserschäden, unbekannte Altbeschichtungen oder fehlende Nachweise müssen durch qualifizierte Brandschutz- und Tragwerksfachleute untersucht werden.

Sichere Montage und Sanierung

Aktuelle Sicherheitsdatenblätter sind zu prüfen und aufgabenspezifische COSHH-Bewertungen für Zement, alkalisches Nassmaterial, Staub und mögliche Zusatzstoffe durchzuführen. Beim Trockenmischen und Zuschneiden der Platten ist Staub durch geeignete Absaugung und Arbeitsverfahren zu begrenzen. Haut und Augen sind vor nassen zementgebundenen Produkten zu schützen. Wenn nach Anwendung technischer Maßnahmen eine Restexposition besteht, ist geeigneter Atemschutz bereitzustellen.

Bestandsgebäude sind vor Eingriffen in vorhandene Spritzbeschichtungen oder Platten zu untersuchen. Ältere Systeme für den konstruktiven Brandschutz können Asbest enthalten. Asbesthaltige Spritzbeschichtungen sind Hochrisikomaterialien, deren Bearbeitung zulassungspflichtige Facharbeiten erfordert. Eine nicht identifizierte Beschichtung darf weder angebohrt, beprobt, abgeschabt noch entfernt werden, bevor das Material gemäß dem geltenden Asbestmanagementverfahren bewertet wurde.

Häufig gestellte Fragen

Was ist konstruktiver Brandschutz?

Darunter versteht man passive Schutzmaßnahmen, die die Erwärmung begrenzen und dazu beitragen, dass tragende Bauteile bei einer definierten Brandbeanspruchung die vom Brandschutzkonzept geforderte Leistungsfähigkeit beibehalten. Dazu können aufgetragene Beschichtungen, Plattenbekleidungen, Beton oder andere geprüfte Systeme gehören.

Worin unterscheiden sich FPC und FPC-S?

FPC ist in erster Linie für den manuellen Kellenauftrag vorgesehen, während FPC-S für den maschinellen Spritzauftrag und ausgewählte anspruchsvolle Industrieanwendungen bestimmt ist. Maßgeblich für die Auswahl sind die anwendbaren Prüfnachweise, der Untergrund, die Fläche, die Zugänglichkeit, das Brandszenario und das Verarbeitungsverfahren.

Bietet FPC bei 8 mm Schichtdicke 240 Minuten Feuerwiderstand?

Davon darf nicht ausgegangen werden. Acht Millimeter werden als Mindestauftragsdicke ohne Bewehrung angegeben. Die für ein bestimmtes Bauteil und eine bestimmte Feuerwiderstandsdauer erforderliche Schichtdicke muss der anwendbaren Prüf- oder Bewertungstabelle entnommen werden.

Bietet FPC-S auf jedem Stahlprofil 120 Minuten Schutz gegen Strahlbrand?

Eine allgemeingültige Leistung kann daraus nicht abgeleitet werden. Für das Projekt sind die Strahlbrand-Prüfnorm, die Trockenschichtdicke, das Profil, die Ausrichtung, die Bewehrung, die Grenztemperatur, die Konditionierung und der bewertete Anwendungsbereich zu prüfen.

Ist eine Platte der Klasse A1 60 oder 120 Minuten feuerwiderstandsfähig?

Dies lässt sich nicht allein aus der Klassifizierung A1 ableiten. A1 ist eine Brandverhaltensklasse. Ein Feuerwiderstand in Minuten gilt für eine vollständig geprüfte oder bewertete Konstruktion einschließlich Plattenlagen, Unterkonstruktion, Befestigungen, Fugen und Untergrund.

Kann die HT-Brandschutzplatte Stahltragwerke schützen?

Nur wenn eine aktuelle Prüfung, Klassifizierung oder Bewertung das genaue Bekleidungssystem und das betreffende Stahlbauteil abdeckt. Die Produktseite enthält keine Schichtdickentabelle für Stahltragwerke. Eine Bekleidung darf daher nicht allein anhand der Plattendicke von 12 mm oder der Temperaturangabe von 650 °C bemessen werden.

Was bedeuten R, E und I?

R bezeichnet die Tragfähigkeit, E den Raumabschluss gegen den Durchtritt von Feuer und heißen Gasen und I die Begrenzung der Wärmeübertragung. Das Projekt legt fest, welche Kriterien und welche Dauer für das jeweilige Bauteil gelten.

Wie wird die Brandschutzschichtdicke für einen Stahlträger oder eine Stahlstütze bestimmt?

Die erforderliche Feuerwiderstandsdauer und Brandbeanspruchung werden zusammen mit dem Profilfaktor des Bauteils, der Grenztemperatur des Stahls, der Profilart, den beanspruchten Seiten und der zugelassenen Systembewertung berücksichtigt. Ein qualifizierter Planer sollte die daraus resultierende Schichtdicke festlegen.

Kann auf allen Stahlprofilen dieselbe Schichtdicke verwendet werden?

Nein. Leichtere Profile mit einem hohen Verhältnis von beflammtem Umfang zu Querschnittsfläche erwärmen sich in der Regel schneller als schwerere Profile. Geometrie, Brandbeanspruchung und Bemessungstemperatur müssen in die zugelassene Berechnung oder Schichtdickentabelle einbezogen werden.

Kann eine auf Stahl geprüfte Beschichtung auf Beton verwendet werden?

Nur wenn separate Nachweise für Beton vorliegen. Untergrundverhalten, Haftung und Bewertungsverfahren unterscheiden sich. Das Betonbauteil, die Vorbereitung, die Schutzschichtdicke und die erforderliche Leistung müssen innerhalb des dokumentierten Anwendungsbereichs liegen.

Worin unterscheiden sich Brandschutzsysteme für Zellulose- und Kohlenwasserstoffbrände?

Die Brandbeanspruchungen beruhen auf unterschiedlichen Aufheizbedingungen. Kohlenwasserstoffbrände können ein geschütztes Bauteil schneller und intensiver erwärmen als eine standardisierte Gebäudebrandbeanspruchung. Es sind Nachweise für das tatsächliche Bemessungsszenario zu verwenden; eine Zeitklassifizierung darf nicht zwischen Brandkurven übertragen werden.

Was ist Strahlbrandschutz?

Er schützt gegen gerichtete Flammen hoher Intensität mit erheblichen turbulenten und erosiven Einwirkungen. Die Beständigkeit gegen Strahlbrand erfordert spezifische Prüfnachweise und kann nicht allein aus der Beständigkeit gegen Kohlenwasserstoff-Lachenbrände oder Zellulosebrände abgeleitet werden.

Kann jede Stahlgrundierung unter zementgebundenem Brandschutz verwendet werden?

Nein. Chemische Zusammensetzung und Dicke der Grundierung, der Oberflächenzustand und die Alkalibeständigkeit beeinflussen die Haftung. Es darf nur eine Kombination aus Untergrund und Grundierung verwendet werden, die durch die Systemnachweise abgedeckt oder vom verantwortlichen Lieferanten und Planer ausdrücklich freigegeben ist.

Wann ist ein Gewebe oder Putzträger erforderlich?

Die Anforderungen hängen vom Produkt, von der Schichtdicke, Geometrie, Vibration, vom Untergrund und von den Prüfnachweisen ab. Die Planung muss Material, Befestigung, Überlappung und Lage festlegen. Auf eine Bewehrung darf nicht allein deshalb verzichtet werden, weil die Beschichtung vor der Brandbeanspruchung haftet.

Wie wird die Schichtdicke der eingebauten Beschichtung geprüft?

Die Trockenschichtdicke wird anhand eines vereinbarten Messrasters ermittelt. Lokale Messwerte und Durchschnittswerte sind nach den Annahmekriterien des Systems zu bewerten. Ecken, Anschlüsse und schwer zugängliche Bereiche müssen ebenfalls dokumentiert werden, nicht nur ebene repräsentative Flächen.

Kann zementgebundener Brandschutz im Außenbereich eingesetzt werden?

Nur wenn das vollständige System für die jeweilige Beanspruchung zugelassen ist. Anforderungen an Witterungsbeständigkeit, Frost-Tau-Wechsel, Deckbeschichtung, Korrosionsschutz, Entwässerung, Stoßfestigkeit und Wartung sind zu prüfen. Eine allgemeine Angabe zur Witterungsbeständigkeit deckt nicht jede Außenumgebung ab.

Kann beschädigter konstruktiver Brandschutz ausgebessert werden?

Ja, sofern das ursprüngliche System eindeutig identifizierbar ist und das umgebende Material sowie der Untergrund intakt sind. Ein zugelassenes Reparaturdetail ist einzuhalten und jede Schicht sowie alle Anforderungen an Schichtdicke und Bewehrung sind wiederherzustellen. Korrosion oder wiederkehrende Schäden müssen zuerst untersucht werden.

Ersetzt konstruktiver Brandschutz die Brandschutzabschottung?

Nein. Der konstruktive Brandschutz begrenzt die Erwärmung tragender Bauteile. Brandschutzabschottungen erhalten die erforderliche Leistung an Durchdringungen und Fugen. Jedes System benötigt Nachweise für seine eigene Funktion und muss an den Schnittstellen abgestimmt werden.

Wer sollte den konstruktiven Brandschutz planen?

Das Brandschutzkonzept und die brandschutztechnische Tragwerksbemessung sollten von qualifizierten Fachleuten erstellt und koordiniert werden. Anschließend wählen der Produktlieferant und der Fachverarbeiter ein System aus und bringen es innerhalb des geprüften, klassifizierten und umweltbezogenen Anwendungsbereichs ein.