Tragwerksbrandschutz
Zementgebundene Beschichtungen und Platten für den Tragwerksbrandschutz
Tragwerksbrandschutz begrenzt den Temperaturanstieg und trägt dazu bei, dass tragende Stahl- oder Betonbauteile während einer definierten Brandbeanspruchung ihre geforderte Leistungsfähigkeit beibehalten. Das VITCAS Sortiment umfasst die zementgebundene FPC-Beschichtung für den Kellenauftrag, die zementgebundene FPC-S-Beschichtung für den Spritzauftrag und die nichtbrennbare HT Brandschutzplatte. Diese Produkte unterscheiden sich hinsichtlich Funktion, Verarbeitung und Nachweisanforderungen. Das vollständige System ist anhand des projektspezifischen Brandschutzkonzepts, des tragenden Untergrunds, der geforderten Feuerwiderstandsdauer und Klassifizierung, der Bemessungsbrandbeanspruchung, der Profilgeometrie, der Umgebungsbedingungen und der zugelassenen Prüf- oder Bewertungsdaten auszuwählen. Die Brandverhaltensklasse A1, eine maximale Materialtemperatur oder eine allgemeine Angabe von bis zu 240 Minuten weist für sich allein nicht den Feuerwiderstand eines Trägers, einer Stütze, einer Decke, einer Wand oder einer anderen Konstruktion nach.
HT Hochtemperatur-Bauplatte – Feuerfest & nicht brennbarSonderpreis 46,40 € 38,99 € Regular Price 61,87 € 51,99 €VITCAS Hochtemperatur-Bauplatte ist eine nicht brennbare, feuerfeste Platte ohne Gipsanteil. Sie kann in Kombination mit Vitcas Hitzebeständigem Putz verwendet werden – insbesondere in Bereichen, in denen Vitcas Kaminputz nicht geeignet ist. Klassifiziert als nicht brennbar (A1) gemäß EN 13501-1:2002. Feuer- und wasserfest sowie resistent gegen Schimmel und Stockflecken.
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FPC – Trockengemischte Brandschutzbeschichtung für Stahl und BetonSonderpreis 77,34 € 64,99 € Regular Price 92,81 € 77,99 €Vitcas FPC ist eine trockene, mit der Kelle aufgetragene Brandschutzbeschichtung auf Basis von nicht brennbarer Vermiculit und Zement. Sie wurde für den passiven Brandschutz von Stahl- und Betonkonstruktionen entwickelt und bietet bis zu 240 Minuten Widerstand gegen Hydrokarbon- und Zellulosebrände. Die feuerfeste Beschichtung widersteht thermischem Schock, mechanischen Einwirkungen und Wassereinwirkung. Sie lässt sich einfach ohne Spezialausrüstung auftragen, erzeugt eine glatte und dauerhafte Oberfläche und kann bei Bedarf lokal ausgebessert werden.
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FPC-S – Spritzbare zementgebundene BrandschutzbeschichtungSonderpreis 77,34 € 64,99 € Regular Price 92,81 € 77,99 €Vitcas FPC-S ist eine hochleistungsfähige, zementgebundene Spritzbeschichtung, die für den passiven Brandschutz von Stahl- und Betonkonstruktionen entwickelt wurde. Sie bietet bis zu 240 Minuten Feuerwiderstand gegen Kohlenwasserstoff- und Zellulosebrände und bleibt auch bei thermischen Schocks, Explosionsüberdruck und mechanischer Beanspruchung dauerhaft beständig. Geeignet für petrochemische Anlagen, Öl- und Gaseinrichtungen, Lagertanks, Druckbehälter und tragende Betonstrukturen gewährleistet sie einen langanhaltenden Brandschutz sowohl in Innenräumen als auch in exponierten Umgebungen.
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Tragwerksbrandschutz ist ein geprüftes System
Passiver Brandschutz erkennt oder löscht keinen Brand. Er soll den Temperaturanstieg verzögern und dazu beitragen, dass ein tragendes Bauteil die im Brandschutzkonzept des Gebäudes oder der Anlage geforderte Leistungsfähigkeit beibehält. Das Ergebnis hängt vom Untergrund, vom Schutzmaterial, von der Trockenschichtdicke, einer gegebenenfalls erforderlichen Bewehrung oder einem Putzträger, der Grundierung, der Deckbeschichtung, der Geometrie, den Befestigungen, Fugen, der Brandbeanspruchung und der Ausführungsqualität ab.
Ein Produkt darf daher nur innerhalb des Anwendungsbereichs seiner Prüfung, Klassifizierung oder technischen Bewertung ausgeschrieben werden. Das Ergebnis für ein bestimmtes Stahlprofil, eine Betonkonstruktion, eine Brandkurve oder eine Umgebungsbedingung lässt sich nicht automatisch auf andere Fälle übertragen. Die Projektdokumentation sollte sowohl die geforderte Leistung als auch die Nachweise für die vorgesehene Konstruktion benennen.
Produkte und ihre vorgesehenen Funktionen
| Produkt | Ausführung | Geeigneter Einsatzbereich |
|---|---|---|
| FPC Brandschutzbeschichtung | Zementgebundene Trockenmischung zum Auftrag mit der Kelle | Aufgebrachter passiver Brandschutz für geeignete Stahl- oder Betonbauteile, sofern das Projektsystem und die erforderliche Schichtdicke durch entsprechende Nachweise abgedeckt sind |
| FPC-S zementgebundene Spritzbrandschutzbeschichtung | Zementgebundene Trockenmischung für den maschinellen Spritzauftrag | Maschinell aufgebrachter Schutz für geeignete Stahl- oder Betonbauteile, einschließlich ausgewählter industrieller Anwendungen, die vom zugelassenen Prüf- und Bewertungsumfang abgedeckt sind |
| HT Hochtemperatur-Brandschutzplatte | 12 mm starke, starre, gipsfreie Platte | Nichtbrennbare A1-Platte für geeignete Hochtemperaturauskleidungen und dokumentierte Plattenkonstruktionen; nicht automatisch eine Brandschutzbekleidung für tragende Bauteile |
FPC zementgebundene Beschichtung für den Kellenauftrag
FPC ist eine Vermiculit-Zement-Trockenmischung, die manuell auf vorbereiteten Stahl oder Beton aufgetragen wird. Der Kellenauftrag eignet sich für kleine Flächen, schwer zugängliche Bereiche, lokale Ausbesserungen und Projekte, bei denen der Einsatz von Spritzgeräten nicht praktikabel ist. Auf der Produktseite wird eine Mindestauftragsdicke von 8 mm ohne Bewehrung und 13 mm mit Bewehrung angegeben. Dabei handelt es sich um Mindestauftragsdicken und nicht um allgemeingültige Schichtdicken für eine bestimmte Feuerwiderstandsdauer.
Auf der Produktseite wird eine Leistung von bis zu 240 Minuten bei Zellulose- und Kohlenwasserstoffbränden angegeben. Diese Angabe darf nur in Verbindung mit dem jeweils geltenden Prüfbericht, der Bewertung, Klassifizierung und Schichtdickentabelle verwendet werden. Zu prüfen sind das geschützte Bauteil, die Brandkurve, die Grenztemperatur oder das Bewertungskriterium, die Beanspruchungsanordnung, die Bewehrung, der Untergrund und der zulässige Umgebungsbereich. Die für das Projekt erforderliche Schichtdicke kann über der Mindestauftragsdicke liegen und muss der zugelassenen Bemessung entnommen werden.
FPC ist für blanken oder entsprechend grundierten Stahl, unbeschichteten oder grundierten Beton sowie geeignete bestehende VITCAS-Beschichtungen vorgesehen. Die Verträglichkeit von Grundierung und Haftverbund muss geprüft werden; die allgemeine Bezeichnung grundiert reicht dafür nicht aus. Oberflächenreinheit, Alkalität, Feuchtigkeit, Taupunkt, mechanische Aufrauung sowie eine etwaige Haftbrücke oder ein Putzträger können die Haftung wesentlich beeinflussen.
FPC-S zementgebundene Beschichtung für den Spritzauftrag
FPC-S ist für den maschinellen Auftrag auf größeren oder komplexeren Stahl- und Betonflächen vorgesehen. Das Spritzen kann die Flächenleistung und die Zugänglichkeit an Trägern, Stützen, Behältern und unregelmäßigen Details verbessern. Geräteauswahl, Wasserzugabe, Schlauchlänge, Düsentechnik, Schichtaufbau je Arbeitsgang und Rückprallkontrolle müssen jedoch der zugelassenen Arbeitsanweisung entsprechen.
Auf der Produktseite werden bis zu 240 Minuten Schutz bei einem Kohlenwasserstoff-Poolbrand und bis zu 120 Minuten bei einem Jetfire sowie Beständigkeit gegen Explosionsüberdruck, Witterung und Stoßbeanspruchung angegeben. Dies sind sicherheitsrelevante Angaben. Vor der Ausschreibung sind die genannten Prüfnormen, Laborberichte, der bewertete Anwendungsbereich, der geprüfte Untergrund, die Probekörpergeometrie, die Trockenschichtdicke, die Bewehrung, die Annahmekriterien und die Nachweise zur Umweltbeständigkeit einzuholen. Eine Jetfire-Beständigkeit darf nicht aus dem Ergebnis einer Zellulosebrand- oder Poolbrandprüfung abgeleitet werden.
FPC-S darf ohne vergleichende Angaben zu Schichtdicke und Dichte nicht als Dünnschichtbeschichtung bezeichnet werden. Zementgebundener Spritzbrandschutz wird üblicherweise über die ausgeführte Trockenschichtdicke und Dichte kontrolliert. Zugänge für Prüfung und Reparatur, Spritznebelbegrenzung, Abdeckarbeiten und Aushärtung sind im Arbeitsplan zu berücksichtigen.
HT Hochtemperatur-Brandschutzplatte
Die HT Brandschutzplatte ist eine gipsfreie Platte im Format 1200 × 800 × 12 mm mit einer angegebenen maximalen Einsatztemperatur von 650 °C und der Brandverhaltensklasse A1 nach BS EN 13501-1. Die Klasse A1 beschreibt den Beitrag der Platte zur Brandentwicklung; sie gibt nicht den Feuerwiderstand einer Wand, Decke, eines Trägers oder einer Stütze in Minuten an.
Ein Plattensystem kann nur dann einen Feuerwiderstand erreichen, wenn für die vollständige Konstruktion geeignete Nachweise vorliegen. Dazu gehören Anzahl und Ausrichtung der Lagen, Unterkonstruktion oder Auflager, Art und Abstand der Befestigungen, Fugen, Randabstände, Durchdringungen, Dämmung, Hohlraum, Untergrund und Beanspruchungsrichtung. Die Produktseite der Platte enthält allgemeine Hinweise zu Befestigung und Oberflächenbearbeitung, jedoch keine Schichtdickentabelle für eine Brandschutzbekleidung tragender Bauteile und keine R-, E- oder I-Klassifizierung für die aufgeführten Anwendungen.
Die HT Brandschutzplatte darf für den Tragwerksbrandschutz nur verwendet werden, wenn eine aktuelle Klassifizierung oder Bewertung den konkreten Konstruktionsaufbau ausdrücklich abdeckt. Für andere Anforderungen des passiven Brandschutzes vergleichen Sie Brandschutzplatten, -gewebe und -barrieren. Leitungen und Installationen, die durch eine feuerwiderstandsfähige Konstruktion geführt werden, benötigen separat nachgewiesene Brandabschottungen und Durchführungsabdichtungen.
Brandverhalten und Feuerwiderstand
| Eigenschaft | Was sie beschreibt | Was sie nicht nachweist |
|---|---|---|
| Brandverhalten | Den Beitrag eines Produkts zur Brandentwicklung, einschließlich Brennbarkeit und weiterer klassifizierter Merkmale | Die Anzahl der Minuten, während der ein geschütztes tragendes Bauteil Lasten trägt oder Räume voneinander trennt |
| Tragfähigkeit R | Den Zeitraum, in dem ein tragendes Bauteil unter den klassifizierten Bedingungen die erforderliche mechanische Widerstandsfähigkeit beibehält | Raumabschluss oder Wärmedämmung, sofern diese Funktionen nicht ebenfalls bewertet wurden |
| Raumabschluss E | Die Fähigkeit eines raumabschließenden Bauteils, unter den klassifizierten Bedingungen den Durchtritt von Flammen und heißen Gasen zu verhindern | Tragfähigkeit oder Begrenzung der Wärmeübertragung |
| Wärmedämmung I | Die Fähigkeit eines raumabschließenden Bauteils, den Temperaturanstieg auf der brandabgewandten Seite zu begrenzen | Die Tragfähigkeit des Bauteils als solche |
Die erforderliche Kombination und Dauer hängen vom Bauteil und vom Projekt ab. Eine Stahlstütze kann beispielsweise die Tragfähigkeit R erfordern, während für eine tragende Brandabschnittswand R, E und I erforderlich sein können. Das für England geltende Approved Document B verknüpft die empfohlenen Leistungsmerkmale mit dem Bauteil, der Gebäudenutzung und der Gebäudehöhe sowie in relevanten Fällen mit dem Vorhandensein einer Sprinkleranlage. In anderen Rechtsgebieten des Vereinigten Königreichs und in Industrieanlagen gelten die jeweils einschlägigen Vorschriften, Normen und Brandschutzkonzepte.
Planung des Brandschutzes für Stahltragwerke
Stahl verliert mit steigender Temperatur an Festigkeit und Steifigkeit. Aufgebrachte Schutzsysteme verlangsamen die Wärmeübertragung, doch die Trockenschichtdicke kann nicht allein anhand der geforderten Feuerwiderstandsdauer ausgewählt werden. Dem Tragwerksplaner für den Brandfall und dem Systemlieferanten sind folgende Angaben bereitzustellen:
- Erforderlicher Feuerwiderstand: projektspezifische Dauer, Klassifizierung und Bemessungsbrandbeanspruchung.
- Stahlbauteil: Profilbezeichnung, Abmessungen, Masse und Angabe, ob der Steg Öffnungen enthält.
- Profilfaktor: das Verhältnis des beflammten Umfangs zur Querschnittsfläche gemäß der zugelassenen Bewertung.
- Brandbeanspruchung: Anzahl der beanspruchten Seiten und Angabe, ob es sich um einen Träger, eine Stütze, eine Aussteifung, ein Hohlprofil oder ein Verbundbauteil handelt.
- Bemessungstemperatur: die durch Ausnutzungsgrad und brandschutztechnische Tragwerksbemessung begründete Grenz- oder kritische Stahltemperatur.
- Untergrundsystem: Stahlvorbereitung, Grundierung, Korrosionsschutz, Gewebe oder Putzträger, Deckbeschichtung und Anschlussdetails.
Schichtdickendaten dürfen nur innerhalb der bewerteten Bereiche verwendet werden. Wabenträger, Lochstegträger, Zugglieder, Hohlprofile, Verbundbauteile und ungewöhnliche Anschlussbereiche können andere Nachweise erfordern als einfache I- oder H-Profile. Der Schutz muss gemäß Bemessung auch Schrauben, Stirnplatten, Vouten und weitere Wärmebrücken vollständig umfassen.
Planung des Brandschutzes für Beton
Betonbauteile können einen aufgebrachten Schutz benötigen, um Erwärmung, Abplatzungen, Festigkeitsverlust der Bewehrung oder Verlust der Tragfähigkeit zu begrenzen. Die Auswahl hängt von Betonart und -festigkeit, Feuchtezustand, Bauteilgeometrie, Bewehrungsüberdeckung, Zwang, Belastung, beanspruchten Seiten und der erforderlichen Tragwerksfunktion ab.
Es ist eine Bewertung einzuholen, die für die tatsächliche Decke, Wand, den Träger oder die Stütze gilt. Nachweise für auf Beton aufgebrachte Schutzsysteme müssen Haftung, Schichtdicke, Untergrundvorbereitung und gegebenenfalls Gewebe oder Oberflächenprofil festlegen. Dichter, glatter, verunreinigter, feuchter oder bereits beschichteter Beton kann eine besondere Vorbereitung erfordern. Eine Schichtdickentabelle für Stahl darf nicht für Beton verwendet werden. Ebenso darf ohne entsprechende Bewertungsdaten nicht angenommen werden, dass eine Beschichtung einer festen zusätzlichen Betondicke entspricht.
Zellulosebrand-, Kohlenwasserstoffbrand- und Jetfire-Beanspruchung
Unterschiedliche Brandszenarien führen zu unterschiedlichen Aufheizraten, Wärmestromdichten und mechanischen Beanspruchungen. Eine Standardbrand- oder Zellulosebrandbeanspruchung in Gebäuden ist nicht mit einem Kohlenwasserstoff-Poolbrand gleichzusetzen. Bei einem Jetfire kommen intensive gerichtete Hitze, Turbulenzen und erosive Kräfte hinzu. Eine für eine Beanspruchung angegebene Dauer kann nicht auf eine andere übertragen werden.
Bei industriellen Ausschreibungen ist das plausible Szenario auf Grundlage der Brand- und Explosionsrisikobewertung festzulegen. Für petrochemische Anlagen, Offshore-Anwendungen, Tanks, Behälter oder Prozessanlagen ist zu prüfen, ob die Nachweise die erforderliche Poolbrand- oder Jetfire-Norm, die Ausrichtung des Probekörpers, Explosions- oder Stoßbeanspruchungen, den Untergrund, die Trockenschichtdicke, das Gewebe und die Umweltkonditionierung abdecken. Eine allgemeine Angabe wie feuerfest ist keine Bemessungsgrundlage.
Verträglichkeit von Untergrund, Grundierung und Bewehrung
Das Schutzsystem muss vor und während der Brandbeanspruchung sicher haften. Jede Schnittstelle ist schriftlich zu bestätigen:
- Stahl: Vorbereitungsgrad, Oberflächenprofil, Restsalze, Grundierungstyp, Trockenschichtdicke und Überarbeitungsintervall.
- Beton: Festigkeit, Entfernung der Zementschlämme, Feuchtigkeit, Nachbehandlungsmittel, vorhandene Beschichtungen und Oberflächenrauheit.
- Bewehrung: Material des Gewebes oder Putzträgers, Maschenweite, Befestigungsart, Abstand, Überlappung, Lage innerhalb der Beschichtung und Korrosionsbeständigkeit.
- Haftschichten: zugelassene Grundierungen, Haftbrücken oder Haftvermittler und deren Auftragsmengen.
- Deckbeschichtungen: Verträglichkeit, Wasserdampfdiffusion, Witterungsbeständigkeit, Chemikalienbeanspruchung und Wartungsintervall.
Ein nicht geprüfter Produktaustausch kann die Prüfnachweise ungültig machen. Eine zu hohe Grundierungsdicke, eine unverträgliche Korrosionsschutzbeschichtung oder eine falsche Lage des Gewebes können den Haftverbund beeinträchtigen, auch wenn beide Produkte unabhängig voneinander als feuerbeständig beschrieben werden.
Schichtdicke, Dichte und Ausführungsqualität
Vor Beginn der Arbeiten ist ein Prüf- und Inspektionsplan zu erstellen. Darin sind Referenzdokumente, Haltepunkte, Abnahme des Untergrunds, Umgebungsbedingungen, Mischen, Chargenkontrolle, Nassauftrag, Aushärtung, Trockenschichtdicke, gegebenenfalls Dichte, Haftzugprüfungen, Reparaturen und Abschlussdokumentation festzulegen.
- Bedingungen messen: Luft- und Untergrundtemperatur, relative Luftfeuchtigkeit, Taupunkt und Lüftung dokumentieren.
- Wassermenge kontrollieren: die zugelassene Menge und saubere Geräte verwenden; zu viel Wasser kann Dichte, Festigkeit, Schwindung und Aushärtung beeinträchtigen.
- Mehrlagig aufbauen: maximale Schichtdicke je Auftrag, Abbindeintervalle und Bewehrungsanforderungen beachten.
- Trockenschichtdicke messen: ein festgelegtes Messraster und Abnahmeregeln einschließlich lokaler Mindest- und Höchstwerte anwenden.
- Durchgängigkeit prüfen: Ecken, Stege, Flansche, Anschlüsse, Unterseiten, Kanten und verdeckte Flächen kontrollieren.
- Rückverfolgbarkeit dokumentieren: Produktcharge, Verarbeiter, Datum, Fläche, Schichtdickenergebnisse, Reparaturen und Fotodokumentation aufbewahren.
Eine durchschnittliche Schichtdicke allein kann unsichere lokale Fehlstellen verdecken. Auch eine zu große Schichtdicke kann unzulässig sein, wenn sie die Eigenlast erhöht, Risse oder Ablösungen verursacht oder außerhalb des bewerteten Bereichs liegt. Für Toleranzen und Nachbesserungsverfahren ist die Systemdokumentation maßgeblich.
Innen-, Außen- und Industrieumgebungen
Brandverhalten und Umweltbeständigkeit sind voneinander getrennte Anforderungen. Ein außenliegendes oder frei bewittertes System kann Regen, Frost-Tau-Wechseln, UV-Strahlung, Wind, Salz, Vibrationen, Reinigungswasser, Prozesschemikalien, Stoßbeanspruchungen und Korrosion unter der Brandschutzbeschichtung ausgesetzt sein. Es ist zu klären, ob die Umgebung als trockener Innenbereich, feuchter Innenbereich, teilweise bewitterter Bereich, vollständig frei bewitterter Bereich, Offshore-Bereich oder chemisch aggressive Umgebung einzustufen ist.
Angaben wie wetterfest, wasserbeständig oder eine Nutzungsdauer von dreißig Jahren erfordern definierte Nachweise zu Konditionierung, Untergrund, Deckbeschichtung und Wartung. Zementgebundener Brandschutz kann Stahlkorrosion verdecken. Inspektionen sind daher so zu planen, dass Feuchtigkeitseintritt, Risse und beschädigte Deckbeschichtungen erkannt werden, bevor Querschnitts- oder Haftungsverluste kritisch werden.
Schnittstellen, Durchdringungen und spätere Änderungen
Der Tragwerksbrandschutz muss an relevanten Anschlüssen und Schnittstellen durchgängig ausgeführt sein. Er ist mit Verbunddecken, Fassadenbefestigungen, Trennwänden, Bewegungsfugen, Brandabschottungen, Leitungsdurchführungen, Hohlraumabschottungen und abgehängten Decken abzustimmen. Eine Beschichtung auf einem Träger dichtet keine Leitungsdurchführung ab und stellt keinen Raumabschluss her, sofern das vollständige Detail nicht separat klassifiziert ist.
Nachträglich angebrachte Befestigungen, Konsolen, Kabelträger und Installationen können den Schutz durchtrennen oder zusammendrücken. Für Durchdringungen oder das Entfernen von Schutzmaterial sind kontrollierte Freigabeverfahren vorzusehen. Zugelassene Wiederherstellungsdetails sind anzuwenden und die Brandschutzdokumentation ist nach Änderungen zu aktualisieren. Beschädigte Arbeiten dürfen vor der Prüfung nicht verdeckt werden.
Inspektion, Wartung und Reparatur
- Haftung und Durchgängigkeit prüfen: Hohlstellen, Risse, Ablösungen, Abplatzungen, freiliegenden Stahl und ungeschützte Befestigungen feststellen.
- Wasserwege kontrollieren: Undichtigkeiten, versagte Deckbeschichtungen, Korrosionsspuren und anhaltende Feuchtigkeit untersuchen.
- Stoßschäden bewerten: Verkehrsbereiche, Technikräume, Ladezonen und Wartungswege kontrollieren.
- Mit den Unterlagen abgleichen: ursprüngliches System, Schichtdickenplan, Fotos und Klassifizierungsdokumente heranziehen.
- Systemgerecht reparieren: bis zu tragfähigen Kanten zurückschneiden, Untergrund vorbereiten sowie Grundierung, Gewebe und Beschichtung gemäß zugelassenem Detail wiederherstellen.
- Änderungen dokumentieren: Ort, Fläche, Ursache, Materialien, Schichtdicke, Aushärtung und Abnahme festhalten.
Eine lokale Reparatur ist nur geeignet, wenn das verbleibende Material intakt und das ursprüngliche System eindeutig identifizierbar ist. Großflächige Ablösungen, Korrosion, Wasserschäden, unbekannte Altbeschichtungen oder fehlende Nachweise erfordern eine Untersuchung durch qualifizierte Fachleute für Brandschutz und Tragwerksplanung.
Sichere Montage und Sanierung
Aktuelle Sicherheitsdatenblätter sind zu prüfen und aufgabenspezifische COSHH-Gefährdungsbeurteilungen für Zement, alkalisches Nassmaterial, Staub und Zusatzstoffe zu erstellen. Beim Trockenmischen und Zuschneiden von Platten ist die Staubentwicklung durch geeignete Absaugung und Arbeitsverfahren zu begrenzen. Haut und Augen sind vor nassen zementgebundenen Produkten zu schützen. Wenn die verbleibende Exposition dies erfordert, ist geeigneter Atemschutz bereitzustellen.
Bestandsgebäude sind vor Eingriffen in vorhandene Spritzbeschichtungen oder Platten zu untersuchen. Ältere Brandschutzsysteme für Tragwerke können Asbest enthalten. Asbesthaltige Spritzbeschichtungen sind Hochrisikomaterialien, deren Bearbeitung zugelassenen Fachbetrieben vorbehalten ist. Eine nicht identifizierte Beschichtung darf weder angebohrt noch beprobt, abgekratzt oder entfernt werden, bevor das Material nach dem geltenden Asbestmanagementverfahren bewertet wurde.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Tragwerksbrandschutz?
Tragwerksbrandschutz ist ein passives Schutzsystem, das die Erwärmung begrenzen und dazu beitragen soll, dass tragende Bauteile bei einer definierten Brandbeanspruchung die im Brandschutzkonzept geforderte Leistungsfähigkeit beibehalten. Dazu können aufgebrachte Beschichtungen, Plattenbekleidungen, Beton oder andere geprüfte Systeme gehören.
Worin unterscheiden sich FPC und FPC-S?
FPC ist hauptsächlich für den manuellen Kellenauftrag vorgesehen, während FPC-S für den maschinellen Spritzauftrag und ausgewählte anspruchsvolle Industriebeanspruchungen ausgelegt ist. Die Auswahl richtet sich nach den geltenden Prüfnachweisen, dem Untergrund, der Fläche, der Zugänglichkeit, dem Brandszenario und dem Verarbeitungsverfahren.
Bietet FPC bei 8 mm Schichtdicke 240 Minuten Feuerwiderstand?
Davon darf nicht ausgegangen werden. Acht Millimeter sind als Mindestauftragsdicke ohne Bewehrung angegeben. Die für ein bestimmtes Bauteil und eine bestimmte Feuerwiderstandsdauer erforderliche Schichtdicke muss der geltenden Prüf- oder Bewertungstabelle entnommen werden.
Bietet FPC-S auf jedem Stahlprofil 120 Minuten Jetfire-Schutz?
Eine allgemeingültige Leistung kann daraus nicht abgeleitet werden. Für das Projekt sind Jetfire-Prüfnorm, Trockenschichtdicke, Profil, Ausrichtung, Bewehrung, Grenztemperatur, Konditionierung und bewerteter Anwendungsbereich zu bestätigen.
Ist eine A1-Platte 60 oder 120 Minuten feuerwiderstandsfähig?
Nicht allein aufgrund der A1-Klassifizierung. A1 ist eine Brandverhaltensklasse. Der Feuerwiderstand in Minuten gilt für eine vollständig geprüfte oder bewertete Konstruktion einschließlich Plattenlagen, Unterkonstruktion, Befestigungen, Fugen und Untergrund.
Kann die HT Brandschutzplatte Stahltragwerke schützen?
Nur wenn eine aktuelle Prüfung, Klassifizierung oder Bewertung das genaue Bekleidungssystem und das betreffende Stahlbauteil abdeckt. Die Produktseite enthält keine Schichtdickentabelle für Stahltragwerke. Eine Brandschutzbekleidung darf daher nicht allein auf Grundlage der Plattendicke von 12 mm oder der Temperaturangabe von 650 °C bemessen werden.
Was bedeuten R, E und I?
R bezeichnet die Tragfähigkeit, E den Raumabschluss gegen den Durchtritt von Feuer und heißen Gasen und I die Begrenzung der Wärmeübertragung. Das Projekt legt fest, welche Kriterien und welche Dauer für das jeweilige Bauteil gelten.
Wie wird die Brandschutzschichtdicke für einen Stahlträger oder eine Stahlstütze ausgewählt?
Die geforderte Feuerwiderstandsdauer und Brandbeanspruchung sind zusammen mit dem Profilfaktor des Bauteils, der Grenztemperatur des Stahls, dem Profiltyp, den beanspruchten Seiten und der zugelassenen Systembewertung zu berücksichtigen. Die daraus resultierende Schichtdicke ist von einem qualifizierten Planer festzulegen.
Kann für alle Stahlprofile dieselbe Schichtdicke verwendet werden?
Nein. Leichtere Profile mit einem hohen Verhältnis von beflammtem Umfang zu Querschnittsfläche erwärmen sich im Allgemeinen schneller als schwerere Profile. Geometrie, Brandbeanspruchung und Bemessungstemperatur müssen in der zugelassenen Berechnung oder Schichtdickentabelle berücksichtigt sein.
Kann eine auf Stahl geprüfte Beschichtung auf Beton verwendet werden?
Nur wenn gesonderte Nachweise für Beton vorliegen. Untergrundverhalten, Haftung und Bewertungsverfahren unterscheiden sich. Das Betonbauteil, die Vorbereitung, die Schutzschichtdicke und die geforderte Leistung müssen innerhalb des dokumentierten Anwendungsbereichs liegen.
Worin unterscheiden sich Zellulosebrand- und Kohlenwasserstoffbrandschutz?
Den Beanspruchungen liegen unterschiedliche Aufheizbedingungen zugrunde. Kohlenwasserstoffbrände können ein geschütztes Bauteil schneller und intensiver erhitzen als eine Standardbrandbeanspruchung in Gebäuden. Es sind Nachweise für das tatsächliche Bemessungsszenario zu verwenden; eine Zeitklassifizierung darf nicht zwischen Brandkurven übertragen werden.
Was ist Jetfire-Schutz?
Er schützt vor gerichteten Flammen hoher Intensität mit erheblichen turbulenten und erosiven Einwirkungen. Die Jetfire-Beständigkeit erfordert spezielle Prüfnachweise und kann nicht allein aus der Beständigkeit gegen Kohlenwasserstoff-Poolbrände oder Zellulosebrände abgeleitet werden.
Kann jede Stahlgrundierung unter zementgebundenem Brandschutz verwendet werden?
Nein. Chemische Zusammensetzung, Dicke, Oberflächenzustand und Alkalibeständigkeit der Grundierung beeinflussen die Haftung. Es dürfen nur Kombinationen aus Untergrund und Grundierung verwendet werden, die von den Systemnachweisen abgedeckt oder vom verantwortlichen Lieferanten und Planer formell freigegeben sind.
Wann ist ein Gewebe oder Putzträger erforderlich?
Die Anforderungen hängen von Produkt, Schichtdicke, Geometrie, Vibration, Untergrund und Prüfnachweisen ab. Material, Befestigung, Überlappung und Lage müssen in der Planung festgelegt werden. Auf eine Bewehrung darf nicht allein deshalb verzichtet werden, weil die Beschichtung vor der Brandbeanspruchung haftet.
Wie wird die ausgeführte Beschichtungsdicke geprüft?
Die Trockenschichtdicke ist anhand eines vereinbarten Messrasters zu messen. Neben den Durchschnittswerten sind auch lokale Messwerte nach den Abnahmekriterien des Systems zu bewerten. Ecken, Anschlüsse und schwer zugängliche Bereiche müssen ebenso dokumentiert werden wie ebene repräsentative Flächen.
Kann zementgebundener Brandschutz im Außenbereich eingesetzt werden?
Nur wenn das vollständige System für die jeweilige Beanspruchung zugelassen ist. Anforderungen an Bewitterung, Frost-Tau-Wechsel, Deckbeschichtung, Korrosionsschutz, Entwässerung, Stoßbeständigkeit und Wartung sind zu prüfen. Eine allgemeine Angabe zur Wetterfestigkeit definiert nicht jede mögliche Außenumgebung.
Kann beschädigter Tragwerksbrandschutz ausgebessert werden?
Ja, sofern das ursprüngliche System identifizierbar ist und das umgebende Material sowie der Untergrund intakt sind. Ein zugelassenes Reparaturdetail ist einzuhalten und jede Lage, Schichtdicke und Bewehrungsanforderung muss wiederhergestellt werden. Korrosion oder wiederkehrende Schäden sind zuvor zu untersuchen.
Ersetzt Tragwerksbrandschutz Brandabschottungen?
Nein. Tragwerksbrandschutz begrenzt die Erwärmung tragender Bauteile. Brandabschottungen erhalten die geforderte Leistung an Durchdringungen und Fugen. Jedes System benötigt Nachweise für seine eigene Funktion und muss an den Schnittstellen abgestimmt werden.
Wer sollte den Tragwerksbrandschutz planen?
Das Brandschutzkonzept und die brandschutztechnische Tragwerksbemessung müssen von qualifizierten Fachleuten erstellt und koordiniert werden. Der Produktlieferant und der Fachverarbeiter wählen anschließend ein System innerhalb seines Prüf-, Klassifizierungs- und Umweltanwendungsbereichs aus und führen es entsprechend aus.