Plastische Feuerfestmassen
Plastische Feuerfestmassen für industrielle Reparaturen
Plastische Feuerfestmassen sind dichte, gebrauchsfertige Materialien, die durch Handstampfen oder pneumatisches Hämmern eingebaut werden, um hochtemperaturbeständige Feuerfestbereiche zu reparieren oder zu formen. In diesem Zusammenhang bezeichnet „plastisch“ eine verarbeitbare, kohäsive Konsistenz und keinen synthetischen Kunststoff. Das aktuelle Sortiment umfasst VITPLAST 45AB, eine keramisch gebundene Reparaturmasse bis 1.600 °C für feuerfestes Mauerwerk und monolithische Auskleidungen, sowie VITPLAST 85P, eine chemisch gebundene, hochtonerdehaltige Qualität bis 1.700 °C für Kopfabdeckungen und Ausgüsse von elektrischen Induktionsöfen. Diese Produkte sind für unterschiedliche Beanspruchungen vorgesehen und dürfen nicht allein anhand ihrer maximalen Anwendungstemperatur ausgewählt werden. Zu berücksichtigen sind die chemische Zusammensetzung der vorhandenen Auskleidung, Reparaturtiefe, Beanspruchung auf der Heißseite, mechanischer Verschleiß, Temperaturwechsel, Zugänglichkeit beim Einbau, Verdichtungsverfahren und erforderliche Bindungsentwicklung. Ein tragfähiges Reparaturprofil ist vorzubereiten, das Material gleichmäßig zu verdichten und die entsprechenden Vorgaben für Nachbehandlung, Trocknung und Aufheizen sind einzuhalten. Plastische Feuerfestmassen dienen als Arbeits- und Reparaturmaterialien und nicht als Wärmedämmung. Die Eignung für die jeweilige Anwendung muss anhand der aktuellen technischen Daten und des genehmigten Wartungsverfahrens des Anlagenbetreibers bestätigt werden.
VITPLAST 45AB – Plastische Feuerfeste Masse 1600°CSonderpreis 54,15 € 45,50 € Regular Price 69,62 € 58,50 €Vitcas Plastische Feuerfestmasse – Vitplast 45AB ist eine plastisch verformbare, keramisch gebundene Feuerfestmasse mit einer Temperaturbeständigkeit von bis zu 1600 °C. Die Masse zeichnet sich durch ihre besonders schnelle Aushärtung aus und ist ideal für Reparaturanwendungen, wie z. B. das Ausbessern von Gießrinnen und Gießpfannen in Gießereien sowie für die Reparatur von Kesseltüren und Kesselauskleidungen in industriellen Feuerungsanlagen.
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VITPLAST 85P – Chemisch BindendSonderpreis 92,81 € 77,99 € Regular Price 100,56 € 84,50 €Vitcas Chemisch Bindende Feuerfeste Plastische Masse – Vitpast 85P. Die hitzebeständige, formbare Masse hat einen hohen Gehalt von Aluminiumoxid und widersteht Temperaturen bis 1700°C / 3100°F. Sie wird zum Versiegeln und Beschichten von Gießschnauzen von elektrischen Induktionsöfen verwendet.
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Auswahl einer plastischen Feuerfestmasse
Eine plastische Feuerfestmasse ist ein kohäsives, vorgemischtes monolithisches Material, das ohne Vergießen als fließfähige Mischung geformt und verdichtet werden kann. Der Verarbeiter bringt das Material portionsweise in eine vorbereitete Auskleidung oder Reparaturstelle ein und verdichtet es gemäß Vorgabe mit einem Handwerkzeug, schweren Hammer oder Druckluftstampfer. Der Begriff „plastisch“ bezeichnet das Formverhalten vor dem Aushärten und darf nicht als Hinweis auf einen polymeren Kunststoff verstanden werden.
Die Kategorie umfasst derzeit zwei Spezialqualitäten. VITPLAST 45AB ist keramisch gebunden und hauptsächlich für schnelle Reparaturen an feuerfestem Mauerwerk und monolithischen Auskleidungen vorgesehen. VITPLAST 85P ist eine chemisch gebundene, hochtonerdehaltige Feuerfestmasse für anspruchsvolle Bereiche von Induktionsöfen. Temperatur, Bindungsart, chemische Zusammensetzung und vorgesehener Einsatzbereich sind bei der Auswahl zu berücksichtigen.
Vergleich der aktuellen Produkte
| Produkt | Bindung und Lieferform | Maximale Anwendungstemperatur | Verarbeitung | Wichtigste angegebene Anwendungen |
|---|---|---|---|---|
| VITPLAST 45AB | Keramisch gebundene, gebrauchsfertige plastische Feuerfestmasse; 20-kg-Gebinde | 1.600 °C | Verdichten von Hand oder mit Drucklufthammer; die Bindung entwickelt sich unter Ofenhitze schnell | Reparaturen an feuerfestem Mauerwerk und monolithischen Auskleidungen, Gießpfannen und Gießrinnen, Kesseltüren und Kesselauskleidungen sowie ausgewählte Wartungsarbeiten an Industrieöfen |
| VITPLAST 85P | Hochtonerdehaltige, chemisch gebundene, gebrauchsfertige plastische Feuerfestmasse; 25-kg-Gebinde | 1.700 °C | Verdichten mit Druckluftstampfer oder schwerem Hammer | Kopfabdeckungen und Ausgüsse von elektrischen Induktionsöfen |
VITPLAST 45AB für schnelle Feuerfestreparaturen
VITPLAST 45AB ist eine keramisch gebundene Qualität mit hoher Haftung auf geeigneten feuerfesten Oberflächen. Sie wurde für die schnelle Wiederherstellung beschädigter feuerfester Mauerwerke und monolithischer Auskleidungen entwickelt und kann manuell oder mit Druckluftwerkzeugen verarbeitet werden. Nach dem Verdichten des Materials fördert die Ofenwärme die schnelle Ausbildung der keramischen Bindung.
Zu den angegebenen Anwendungen gehören Gießpfannen und Gießrinnen sowie Kesseltüren und Kesselauskleidungen. Die weiterführenden Herstellerangaben nennen außerdem Feuerfestreparaturen in Stahlwerken und metallurgischen Anlagen, Kraftwerken, der Zement- und Kalkproduktion, der Glasherstellung, in Schiffskesselsystemen sowie in ausgewählten petrochemischen oder chemischen Prozessanlagen. Für jeden vorgesehenen Einsatz müssen dennoch Atmosphäre, Prozessablagerungen, mechanische Belastung und Verträglichkeit mit dem vorhandenen Feuerfestmaterial geprüft werden.
Die schnelle Bindungsentwicklung kann Wartungsarbeiten verkürzen. Eine fachgerechte Untergrundvorbereitung und kontrollierte Wiederinbetriebnahme bleiben jedoch unverzichtbar. Die zulässige Verarbeitungstemperatur, die Mindestabmessungen der Reparatur und das Aufheizprogramm müssen den aktuellen technischen Anweisungen und der Arbeitsanweisung vor Ort entnommen werden.
VITPLAST 85P für Bereiche von Induktionsöfen
VITPLAST 85P ist eine chemisch gebundene, hochtonerdehaltige plastische Feuerfestmasse mit einer Anwendungstemperatur von bis zu 1.700 °C. Zu den veröffentlichten Eigenschaften zählen die leichte Verdichtbarkeit, geringe Schwindung und hohe Temperaturbeständigkeit. Als Anwendungen werden Kopfabdeckungen und Ausgüsse von elektrischen Induktionsöfen genannt, bei denen Maßhaltigkeit und zuverlässige Verdichtung besonders wichtig sind.
Die höhere Temperaturbeständigkeit macht 85P nicht automatisch zum Ersatz für 45AB. Die Bindungen der beiden Materialien entwickeln sich unterschiedlich, und die Produkte sind für verschiedene Ofenzonen vorgesehen. Vor der Spezifikation sind der Kontakt mit Metall, Schlacke oder Flussmitteln, die Anforderungen der elektrischen und magnetischen Ausrüstung, die Fugengeometrie, die Bewegungsaufnahme sowie die Zusammensetzung angrenzender Feuerfestmaterialien zu prüfen.
Arbeiten an Induktionsöfen erfordern eine besondere Kontrolle des Spulenschutzes, der Erdschlussüberwachung, der Feuerfestdicke und des Verschleißzustands. Die Produktauswahl muss Bestandteil des technisch ausgelegten Auskleidungskonzepts des Ofenherstellers oder Betreibers sein und darf nicht allein anhand der plastischen Konsistenz erfolgen.
Keramische und chemische Bindung
Eine keramisch gebundene plastische Feuerfestmasse bildet ihre dauerhafte Hochtemperaturbindung durch Brennen aus. Dies eignet sich für Reparaturen, bei denen die Ofenwärme die vorgesehene keramische Struktur erzeugen kann, sofern Feuchtigkeitsabgabe und Temperaturanstieg ordnungsgemäß gesteuert werden. VITPLAST 45AB gehört zu dieser Gruppe.
Eine chemisch gebundene plastische Feuerfestmasse entwickelt ihre anfängliche Festigkeit durch Reaktionen im Bindemittelsystem. Für VITPLAST 85P gelten daher andere Anforderungen an Verarbeitung, Lagerung und Inbetriebnahme. Chemische Bindung bedeutet keine universelle Beständigkeit gegen alle korrosiven Chemikalien, und eine keramische Bindung schützt eine Reparatur nicht grundsätzlich vor Temperaturschock. Maßgeblich für die Leistung sind die tatsächliche Bindemittelchemie und die technischen Daten.
Plastische Feuerfestmasse, Feuerfestbeton, Feuerfestmörtel oder Stampfmasse?
| Materialform | Typisches Einbauverfahren | Besonders geeignet für | Wichtiger Auswahlhinweis |
|---|---|---|---|
| Plastische Feuerfestmasse | Portionsweise eingebracht und durch Stampfen oder Hämmern verdichtet | Lokale Reparaturen, geformte Zonen und Bereiche, die ein kohäsives Material erfordern | Erfordert eine gleichmäßige Verdichtung und ein mechanisch stabiles Reparaturprofil |
| Gießfähiger Feuerfestbeton | Mit einer abgemessenen Wassermenge gemischt und in eine Schalung gegossen oder eingerüttelt | Größere monolithische Auskleidungsabschnitte und definierte Formteile | Wasserdosierung, Schalung, Nachbehandlung und Trockenausheizen sind entscheidend |
| Feuerfestmörtel | Mit einer Kelle in dünnen Fugen aufgetragen | Verfugen kompatibler Feuerfeststeine oder Formteile | Darf nicht uneingeschränkt als großvolumiges Reparaturmaterial eingesetzt werden |
| Erdfeuchte Stampfmasse | In kontrollierten Lagen aufgebaut und verdichtet | Gestampfte Auskleidungen, Ofensohlen, Gießrinnen oder Hinterfütterungen | Produktspezifische Anforderungen an Feuchtigkeit und Verdichtung sind einzuhalten |
Gießpfannen und Gießrinnen
VITPLAST 45AB ist für schnelle Reparaturen an Gießpfannen und Gießrinnen vorgesehen. Vor dem Einbau ist festzustellen, ob die Schadstelle in der Arbeitsauskleidung, Sicherheitsauskleidung, am Rand, Ausguss oder in einer Aufprallzone liegt. Die Beanspruchung unterscheidet sich je nach Eisen- oder Nichteisenmetall, Haltetemperatur, Schlackenführung, Behandlungssalzen und Reinigungsverfahren.
Von Metall durchdrungenes, gerissenes oder mürbes Feuerfestmaterial ist bis zu einem tragfähigen Rand zu entfernen. Eine oberflächliche Schicht über metallverunreinigtem Material bietet voraussichtlich keine dauerhafte Reparatur. Die Aussparung ist so zu formen, dass sie die verdichtete plastische Feuerfestmasse sicher hält und keine dünnen auslaufenden Kanten entstehen. Vor dem Vorwärmen und der erneuten Verwendung mit flüssigem Metall ist der reparierte Bereich auf durchgängigen Verbund zu prüfen.
Kesseltüren, Auskleidungen und Feuerungsanlagen
Kesseltüren und Kesselauskleidungen sind Flammenbeaufschlagung, hohen Gasgeschwindigkeiten, Ascheablagerungen, Vibrationen und häufigen Temperaturwechseln ausgesetzt. VITPLAST 45AB kann kompatible beschädigte Bereiche wiederherstellen, wenn Anwendungstemperatur und keramische Bindung für die Beanspruchung geeignet sind. Zu prüfen sind die Temperatur in der Brennerzone, die Brennstoffchemie, der Zustand der Verankerungen und die Bewegung der Türkomponenten.
Eine plastische Feuerfestmasse ist kein Ersatz für eine leichte Hinterdämmung. Wenn bei einer Tür oder einem Gehäuse Wärmeverluste reduziert werden müssen, sind die vorgeschriebenen Dämmschichten hinter der dichten Reparatur auf der Heißseite beizubehalten oder zu erneuern. Bei Schiffskesseln und Schiffsverbrennungsanlagen muss die Reparatur zudem den Wartungsvorgaben, Brandschutzmaßnahmen und allen anwendbaren Klassifikationsanforderungen des Schiffs entsprechen.
Instandhaltung in der Zement-, Kalk- und Stahlindustrie sowie an Prozessöfen
Schnell einzubauende plastische Feuerfestmassen können für lokale Wartungsarbeiten an Brennöfen, Industrieöfen, Konvertern und anderen feuerfest ausgekleideten Anlagen eingesetzt werden. Abrasion, Alkaliablagerungen, reduzierende Atmosphären und Temperaturwechsel unterscheiden sich erheblich zwischen den Prozesszonen. Eine allgemeine Branchenangabe stellt daher keine vollständige Materialspezifikation dar.
Vor der Auswahl einer Reparaturqualität ist die Schadensursache zu bestimmen. Eine plastische Feuerfestmasse kann eine lokal mechanisch gehaltene Schadstelle wiederherstellen, beseitigt jedoch keine Mantelbewegungen, defekten Verankerungen, übermäßige Ovalität, chemische Unverträglichkeit oder anhaltende Prozessbeaufschlagung. Wiederkehrende Schäden an derselben Stelle sollten eine technische Überprüfung auslösen.
Reparaturprofil und Untergrundvorbereitung
- Die Anlage gemäß den genehmigten Wartungsbedingungen abschalten, sichern und abkühlen lassen.
- Lockeres, verglastes, verunreinigtes oder strukturell geschwächtes Feuerfestmaterial entfernen.
- Bis zu einem tragfähigen Rand und mit ausreichender Tiefe für einen sicheren Halt zurückarbeiten.
- Dünn auslaufende Kanten vermeiden, die nicht zuverlässig verdichtet werden können.
- Staub und Rückstände mit einem für Untergrund und Anlage zugelassenen Verfahren entfernen.
- Verankerungen, Gehäuse und angrenzende Fugen vor dem Abdecken des Bereichs prüfen.
- Anhand der aktuellen Produktanweisungen klären, ob der Untergrund vorgenässt oder grundiert werden muss oder trocken sein soll.
Stampfen und Verdichten
Das Material in handhabbare Portionen aufteilen und so einbringen, dass keine Luft an der Reparaturfläche eingeschlossen wird. Jeden Abschnitt gleichmäßig mit dem vorgeschriebenen Hand- oder Druckluftwerkzeug verdichten. Das Einbauverfahren muss Schichtdicke, Werkzeugausrichtung, Überlappung der Bearbeitungsgänge sowie die Behandlung von Ecken und Abschlüssen festlegen.
Unzureichendes Stampfen kann Hohlräume, hohe Porosität und schwache Grenzflächen verursachen. Übermäßiges oder schlecht kontrolliertes Hämmern kann die umgebende Auskleidung beschädigen, Verankerungen lockern oder eine ungleichmäßige Dichte erzeugen. Falls eine Endbearbeitung erforderlich ist, muss das Material auf die vorgesehene Kontur zugeschnitten werden, ohne eine schwache Schmierschicht auf der Oberfläche zu erzeugen.
Druckluftwerkzeuge verursachen Vibrationen, Lärm, Staub und Hand-Arm-Belastungen. Es sind ordnungsgemäß gewartete Geräte, ein geeigneter Werkzeugdruck und aufgabenspezifische Schutzmaßnahmen einzusetzen. Das Bedienpersonal muss sowohl im Einbau von Feuerfestmaterialien als auch in den Maschinensicherheitsanforderungen des Standorts geschult sein.
Kein Wasser ohne Freigabe zugeben
Beide Produkte werden gebrauchsfertig geliefert. Wasser, flüssige Bindemittel oder andere Zusätze dürfen nicht lediglich zur Erleichterung des Stampfens zugegeben werden. Nicht genehmigte Zusätze können Konsistenz, Schwindung, Porenstruktur, Abbindeverhalten und Endfestigkeit verändern.
Nicht verwendetes Material ist während der Arbeiten vor Austrocknung und Verunreinigung zu schützen. Wenn der Gebindeinhalt ausgehärtet ist, sich ungewöhnlich entmischt hat oder die angegebene Lagerdauer überschritten wurde, ist technischer Rat einzuholen, anstatt das Material vor Ort aufzubereiten.
Nachbehandlung, Trocknung und Wiederinbetriebnahme
Die Verdichtung bedeutet nicht, dass eine Reparatur sofort für die maximale Temperatur bereit ist. Feuchtigkeit und flüchtige Bestandteile müssen entweichen können, ohne schädlichen Innendruck zu erzeugen. Zudem muss sich die Bindung entsprechend der gewählten Qualität entwickeln: Bei 45AB erzeugt die Ofenwärme die keramische Bindung, während 85P ein chemisches Bindungssystem verwendet.
Das produktspezifische Nachbehandlungs-, Trocknungs- und Aufheizprogramm ist unter Berücksichtigung der Reparaturtiefe, Restfeuchtigkeit, Belüftung und Temperatur der umgebenden Auskleidung einzuhalten. Zu schnelles Aufheizen kann Risse, Blasenbildung oder explosionsartige Abplatzungen verursachen. Weder die Anwendungstemperatur von 1.600 °C noch die von 1.700 °C gibt eine Aufheizgeschwindigkeit vor.
Die Temperatur ist nur ein Auswahlkriterium
Die maximale Anwendungstemperatur bezeichnet eine obere Materialgrenze unter festgelegten Bedingungen. Sie bestätigt nicht die Eignung jeder reparierten Baugruppe bei dieser Temperatur. Angrenzende Steine, Verankerungen, Dämmstoffe, Gehäuse und Fugen können niedrigere Grenzwerte aufweisen. Auch die lokale Flammentemperatur oder der Kontakt mit flüssigem Metall kann von der erfassten Ofenatmosphäre abweichen.
Neben der Temperatur sind chemische Belastung, mechanische Last, Abrasion, Gasgeschwindigkeit, Temperaturwechsel, Kontaktmedien und Maßänderungen zu bewerten. VITPLAST 85P darf bei 1.700 °C nur eingesetzt werden, wenn seine hochtonerdehaltige Zusammensetzung, chemische Bindung und angegebene Anwendung zur Ofenkonstruktion passen.
Mengenermittlung
Die vorbereitete Aussparung ist zu vermessen, nachdem sämtliches nicht tragfähiges Feuerfestmaterial entfernt wurde. Das Volumen wird aus der tatsächlichen Länge, Breite und mittleren Tiefe unter Berücksichtigung unregelmäßiger Kanten und der Verdichtung berechnet. Dieses Volumen ist anhand des aktuell veröffentlichten Materialbedarfs oder der Einbaudichte in eine Masse umzurechnen.
Allein anhand des Gebindegewichts lässt sich die Ergiebigkeit nicht genau bestimmen. Ohne verifizierte Dichtewerte darf nicht angenommen werden, dass ein 20-kg- oder 25-kg-Gebinde ein bestimmtes Volumen ausfüllt. Ein kontrollierter Zuschlag für Nachbearbeitung und unvermeidbare Verluste ist einzuplanen. Gleichzeitig sollten nicht zu viele Gebinde geöffnet werden, da das Material vor der Verwendung austrocknen kann.
Lagerung und Handhabung
- Gebinde bis zur Verwendung verschlossen halten und den angegebenen Lagertemperaturbereich einhalten.
- Das vorgemischte Material vor Austrocknung, Frost, Hitze und Verunreinigung schützen.
- Bestände nach Charge und Verfalls- oder Verbrauchsdatum umschlagen.
- Für schwere Gebinde mechanische Hilfsmittel oder ein sicheres Hebeverfahren mit mehreren Personen verwenden.
- Vor der Handhabung, dem Zuschneiden oder Stampfen das aktuelle Sicherheitsdatenblatt beachten.
- Bei der Entfernung vorhandener Feuerfestmaterialien freigesetzten Staub kontrollieren.
Inspektions- und Wartungsplanung
- Nach der Inbetriebnahme den Rand der Reparatur auf Ablösung, Rissbildung und Erosion prüfen.
- Den Verschleiß im Vergleich zur angrenzenden ursprünglichen Auskleidung und zu früheren Inspektionen überwachen.
- Materialcharge, Reparaturabmessungen, Verarbeiter, Verdichtungsverfahren und Aufheizprogramm dokumentieren.
- Wiederkehrende Schäden untersuchen, bevor dieselbe Reparatur erneut ausgeführt wird.
- Die größere Auskleidungsfläche erneuern, wenn lokale Ausbesserungen keine sichere Restdicke mehr herstellen können.
Wichtige Spezifikationsgrenzen
- „Plastisch“ beschreibt die Formbarkeit und bezeichnet kein polymerbasiertes Produkt.
- VITPLAST 45AB und VITPLAST 85P verwenden unterschiedliche Bindungssysteme und sind nicht direkt austauschbar.
- Die Materialien sind dichte Feuerfestmassen und keine Wärmedämmprodukte.
- Eine angegebene Maximaltemperatur definiert nicht die Verträglichkeit mit Chemikalien, Schlacke oder flüssigem Metall.
- Die gebrauchsfertige Konsistenz darf ohne schriftliche technische Freigabe nicht verändert werden.
- Hinweise auf heiße oder schnelle Reparaturen ersetzen weder die Anlagenfreischaltung noch eine sichere Arbeitsanweisung.
- Für kontrollierte industrielle Spezifikationen sind die aktuellen technischen Daten und Sicherheitsdaten heranzuziehen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine plastische Feuerfestmasse?
Sie ist eine kohäsive, gebrauchsfertig vorbereitete Feuerfestmasse, die geformt und in einer Auskleidung oder Reparaturstelle verdichtet werden kann. „Plastisch“ bezeichnet die verarbeitbare Konsistenz vor dem Aushärten und keinen synthetischen Kunststoff.
Welche Qualitäten umfasst das aktuelle Sortiment?
Das aktuelle Sortiment umfasst VITPLAST 45AB, eine keramisch gebundene Reparaturmasse bis 1.600 °C, und VITPLAST 85P, eine chemisch gebundene, hochtonerdehaltige Feuerfestmasse bis 1.700 °C.
Worin unterscheiden sich VITPLAST 45AB und 85P?
45AB entwickelt unter Ofenwärme eine keramische Bindung und ist für schnelle Reparaturen an feuerfestem Mauerwerk und monolithischen Auskleidungen vorgesehen. 85P ist chemisch gebunden und hauptsächlich für Kopfabdeckungen und Ausgüsse von elektrischen Induktionsöfen ausgelegt.
Welches Produkt hat die höhere Temperaturbeständigkeit?
VITPLAST 85P ist bis 1.700 °C ausgelegt, VITPLAST 45AB bis 1.600 °C. Die höhere Temperaturbeständigkeit allein bestätigt nicht die Eignung für eine bestimmte Ofenzone.
Sind diese Produkte gebrauchsfertig?
Ja. Beide aktuellen Produkte werden in einer plastischen, stampffähigen Konsistenz geliefert. Wasser oder Bindemittel dürfen nur zugegeben werden, wenn dies in der neuesten Produktdokumentation ausdrücklich freigegeben ist.
Wie werden plastische Feuerfestmassen eingebaut?
Das Material wird portionsweise eingebracht und durch Handstampfen, mit einem schweren Hammer oder geeigneten Druckluftwerkzeugen verdichtet. Das genaue Werkzeug und die Schichtdicke hängen vom Produkt und der Reparaturauslegung ab.
Kann VITPLAST 45AB Feuerfeststeine reparieren?
Ja. Das Produkt ist für die schnelle Reparatur kompatibler Feuerfeststeine und monolithischer Auskleidungen vorgesehen, sofern der beschädigte Bereich bis auf tragfähiges Material zurückgearbeitet und fachgerecht vorbereitet wird.
Wo wird VITPLAST 45AB üblicherweise eingesetzt?
Zu den angegebenen Anwendungen gehören Gießpfannen, Gießrinnen, Kesseltüren und Kesselauskleidungen. Ein weitergehender industrieller Einsatz muss anhand der genauen Temperatur-, Atmosphären- und Verschleißbedingungen geprüft werden.
Wofür wird VITPLAST 85P verwendet?
Als Anwendungen werden Kopfabdeckungen und Ausgüsse von elektrischen Induktionsöfen genannt. Das Produkt bietet eine hochtonerdehaltige Zusammensetzung, chemische Bindung, geringe Schwindung und leichte Verdichtbarkeit.
Kann eine plastische Feuerfestmasse wie Feuerfestbeton vergossen werden?
Nein. Sie wird in ihrer gelieferten kohäsiven Konsistenz eingebracht und verdichtet. Gießfähiger Feuerfestbeton wird normalerweise zu einer für den Einbau in Schalungen geeigneten Konsistenz angemischt und nach einem anderen Verfahren verarbeitet.
Bieten plastische Feuerfestmassen Wärmedämmung?
Nein. Sie dienen als dichte feuerfeste Auskleidungs- und Reparaturmaterialien. Wenn Wärmedämmung erforderlich ist, müssen die vorgesehenen Dämmsteine, Platten, Fasermaterialien oder sonstigen Hinterdämmungen beibehalten werden.
Kann das Material auf lockeres Feuerfestmaterial aufgebracht werden?
Nein. Nicht tragfähiges und verunreinigtes Material muss entfernt, ein stabiler Untergrund freigelegt und ein Reparaturprofil hergestellt werden, das die gestampfte Masse sicher hält.
Kann zur Verbesserung der Verarbeitbarkeit Wasser zugegeben werden?
Nicht ohne ausdrückliche technische Freigabe. Zusätzliches Wasser kann Verdichtung, Schwindung, Abbindung, Porosität und Hochtemperaturverhalten verändern.
Härtet VITPLAST 45AB durch Wärme aus?
Ja. Nach der Verdichtung entwickelt sich die keramische Bindung durch Ofenwärme schnell. Das genehmigte Trocknungs- und Aufheizverfahren ist einzuhalten, anstatt eine unbehandelte Reparatur sofort der vollen Betriebsbeanspruchung auszusetzen.
Bedeutet chemische Bindung, dass das Material chemikalienbeständig ist?
Nein. Der Begriff beschreibt den Bindungsmechanismus. Die Beständigkeit gegen Schlacke, Flussmittel, Metall, Asche oder Prozesschemikalien muss für die vorgesehenen Betriebsbedingungen separat geprüft werden.
Wie viel Material wird benötigt?
Das Volumen der fertig vorbereiteten Aussparung ist zu berechnen und anschließend mithilfe eines verifizierten Ergiebigkeits- oder Einbaudichtewerts in die erforderliche Masse umzurechnen. Verdichtung und das unregelmäßige Profil der vorbereiteten Reparatur sind zu berücksichtigen.
Können diese Materialien in häuslichen Feuerstätten verwendet werden?
Bei den aktuellen Produkten handelt es sich um industrielle Spezialfeuerfestmassen. Für den Bau häuslicher Feuerstätten sind zugelassene Materialien zu verwenden, sofern eine qualifizierte Auslegung nicht ausdrücklich eine dieser plastischen Qualitäten vorsieht.
Kann VITPLAST 45AB in Schiffskesseln verwendet werden?
Die Reparatur von Schiffskesseln ist als Anwendung für 45AB angegeben. Vor dem Einbau sind die genaue Kesselzone, die vorhandene Auskleidung, das Trockenausheizverfahren und die schiffsspezifischen Wartungsanforderungen zu prüfen.
Welche Sicherheitsmaßnahmen sind beim pneumatischen Stampfen erforderlich?
Lärm, Vibrationen, umherfliegende Partikel und Staub müssen kontrolliert werden. Es sind gewartete Geräte mit geeignetem Druck und passenden Werkzeugen einzusetzen. Die standortspezifischen Anforderungen an persönliche Schutzausrüstung, Zugang und Qualifikation des Bedienpersonals sind einzuhalten.
Welche Angaben werden vor der Bestellung benötigt?
Zu bestätigen sind Anlage und Ofenzone, chemische Zusammensetzung des vorhandenen Feuerfestmaterials, Anwendungstemperatur, Atmosphäre, Kontaktmedien, Abmessungen der Schadstelle, Einbauverfahren, erforderliche Gebindemenge und Inbetriebnahmeverfahren.