Installation eines freistehenden Holz-Kaminofens – worauf Sie achten sollten

Installation eines freistehenden Holz-Kaminofens
5. Februar 2018 Edited Wird geladen … 27304 view(s) 8 min read
Installation eines freistehenden Holz-Kaminofens – worauf Sie achten sollten

Ein freistehender Holz-Kaminofen verleiht einem Haus einen besonderen Charakter wie kaum eine andere Feuerstelle. In traditionellen Häusern fügt er sich harmonisch in die Einrichtung ein, während er in modernen Wohnräumen den gewünschten rustikalen Akzent setzt.

Bei einem Holzofen gibt es einiges zu beachten, zum Beispiel wie ein Holz-Kaminofen installiert wird, welche Kosten für die Installation entstehen und wie der umliegende Bereich geschützt wird. In diesem Artikel gehen wir auf die Punkte ein, die wir bei der Installation eines neuen Ofens für besonders wichtig halten.

Wie Holz-Kaminöfen funktionieren

Bevor wir uns mit der Installation eines freistehenden Ofens beschäftigen, ist es wichtig zu erklären, was ein Holz-Kaminofen eigentlich ist. Es handelt sich um ein Heizgerät, das durch die Verbrennung von Holz und anderen Holzbrennstoffen, zum Beispiel Holzpellets, einen Raum beheizt oder auch zum Kochen genutzt werden kann. Holz-Kaminöfen ähneln anderen Festbrennstofföfen und gehören in dieselbe Kategorie wie Scheitholzöfen oder Pelletöfen. Im Unterschied zu manchen anderen Öfen und Kaminen sind Holzöfen, ebenso wie klassische Scheitholzöfen, durch geringere Emissionen und einen erneuerbaren Brennstoff umweltfreundlicher.

Ein üblicher freistehender Holz-Kaminofen besteht meist aus einer geschlossenen Brennkammer aus robustem Metall, etwa Stahl oder Gusseisen, einer Regelung für Zu- und Abluft sowie einer Basis aus Schamottesteinen.

Für den richtigen Abzug werden Rauchrohre verwendet, die an das Schornsteinsystem angeschlossen sind und die Rauchgase abführen, die im Ofen nach dem Anzünden des Feuers entstehen.

Damit die Rauchgase aus dem Ofen ordnungsgemäß abgeführt und nach außen in die Atmosphäre geleitet werden, muss der vorhandene Schornstein wärmer sein als die Außentemperatur. Gängige Holz-Kaminöfen sind heute in der Regel auch mit einem Rost erhältlich, der den Einsatz mehrerer Brennstoffarten zum Heizen ermöglicht, nicht nur Holz.

Scheitholzöfen sind eine sehr gute Alternative zu einem Gasheizgerät und bieten viele Vorteile, zum Beispiel:

  • Atmosphäre: Ein Scheitholzofen schafft die gemütliche Stimmung eines echten Holzfeuers.
  • Nachhaltiger Brennstoff: Holz ist ein erneuerbarer Rohstoff und kann bei verantwortungsvoller Beschaffung umweltfreundlich sein.
  • Unabhängigkeit von Anschlüssen: Sie funktionieren ohne Abhängigkeit von einer Gasleitung.
  • Energieeffizienz: Moderne Holz-Kaminöfen arbeiten sehr effizient.
  • Wohnen ohne Versorgungsnetz: Sie sind ideal für abgelegene Gebäude oder ein Leben abseits der üblichen Versorgungsanschlüsse.
  • Möglichkeit geringerer langfristiger Kosten: In Regionen mit günstigem Holz können sie wirtschaftlicher sein.
  • Reservewärmequelle: Sie funktionieren auch bei Stromausfall oder Unterbrechung der Gasversorgung.
  • Kohlenstoffneutralität: Die Verbrennung von Holz gilt theoretisch als CO₂-neutral.
  • Kochmöglichkeit: Einige Modelle ermöglichen das Kochen.

Wie man einen Holz-Kaminofen installiert

Der erste Punkt, der bei der Installation eines Holz-Kaminofens zu berücksichtigen ist, ist sein Standort. Der Ofen sollte in sicherem Abstand zu leicht brennbaren Materialien stehen, etwa Möbeln oder Dachkonstruktionen, insbesondere für den Fall, dass beim Öffnen der Ofentür Funken austreten.

Der nächste Schritt bei der Installation eines Scheitholzofens ist die Herstellung der Unterlage, auf der der Ofen stehen soll. Die Unterlage kann gefliest oder aus Ziegeln, Granit, Marmor oder Schiefer gefertigt sein. Sie soll den Boden vor der vom Ofen abgestrahlten Wärme schützen und zugleich die umliegenden Materialien sichern. Wenn der Ofen in einer Kaminnische aufgestellt wird, achten Sie darauf, eine tragfähige, nicht brennbare Bodenplatte einzubauen.

Wenn Sie Ihren eigenen Ofen installieren, prüfen Sie immer, ob der Schornsteinzug korrekt ausgeführt ist. Auf dem Markt gibt es verschiedene Arten von Rauchrohren und Schornsteinsystemen, zum Beispiel doppelwandige Rauchrohre, auch als zweischaliger isolierter Schornstein der Klasse „A“ bezeichnet. Sie unterscheiden sich von einwandigen Rauchrohren dadurch, dass sie eine Dämmschicht besitzen, feuerbeständig sind und durch brennbare Materialien wie Dach und Wände geführt werden können. Gleichzeitig lösen sie das Problem, wenn in dem Raum mit dem Holz-Kaminofen kein vorhandener Schornstein vorhanden ist.

Manchmal muss bei fehlendem Schornstein oder bestehendem Kamin ein falscher Schornsteinzug aufgebaut werden; bei freistehenden Holzöfen ist das jedoch nicht erforderlich. Ein vorhandener Gaskamin oder eine ähnliche Konstruktion kann jederzeit ersetzt werden, damit der Zugang zum vorhandenen Schornstein gewährleistet ist.

Das Schornsteinrauchrohr verläuft direkt nach oben und ermöglicht die Ableitung der Rauchgase in die Atmosphäre. Es gibt jedoch auch eine andere Schornsteinlösung, bei der das Rohr zunächst durch eine Außenwand geführt wird und erst danach nach oben weiterläuft. Wenn Ihr Haus eine schräge Decke hat, benötigen Sie wahrscheinlich eine schräge Rauchrohrführung, damit die Luft nach außen abgeführt wird. Achten Sie darauf, dass die Gesamtlänge des Schornsteinzugs möglichst groß ist, denn je länger er ist, desto besser ist in der Regel die Leistung. Verwenden Sie außerdem einen Abschluss oder eine Abdeckung für das Rauchrohr, damit keine Vögel in den Schornstein gelangen.

Zu den weiteren Faktoren, die zu berücksichtigen sind, kann der Einbau eines neuen Kaminträgers gehören.

Installation eines freistehenden Ofens in einer Kaminnische

Freistehender Ofen

Die Installation eines freistehenden Ofens in einer Kaminnische kann in Eigenarbeit ohne fachliche Hilfe erfolgen. Dabei müssen jedoch alle Vorschriften eingehalten werden, die weiter unten im Artikel genannt werden.

Zunächst muss der Bereich um den geplanten Ofenstandort gereinigt werden, damit er frei von Schmutz und arbeitsbereit ist. Danach muss die Umgebung geschützt werden, also Wände, Boden und Registerplatte. Abschließend ist der Anschluss des Rauchrohrs herzustellen; dafür müssen Sie ein Seil um das Rohr binden und auf die erste Verbindung schwarzen feuerfesten Dicht- und Reparaturkitt auftragen.

Schutz von Boden und Wänden bei Holzöfen

Beim anspruchsvollsten Teil der Installation eines freistehenden Holz-Kaminofens sind zwei Dinge zu beachten. Erstens: Wie schützt man den Boden unter dem Holzofen? Zweitens: Wie schützt man die Wände rund um den Ofen? Zum Schutz des Bodens unter dem Ofen ist der Einbau einer nicht brennbaren Bodenplatte erforderlich. Diese muss aus nicht brennbarem Material bestehen, zum Beispiel Beton, Stein, Ziegel oder Granit. Auch Schamottesteine können verwendet werden. Tragen Sie anschließend hitzebeständigen Estrich auf die Oberfläche auf. Wenn die obere Fläche gefliest werden soll, verwenden Sie unseren Fliesenkleber und Fugenmörtel zum Verlegen und Verfugen der Fliesen.

Bei den Wänden ist die Vorgehensweise jedoch anders. Stellen Sie vor allem sicher, dass der Ofen in sicherem Abstand zu den Wänden steht. Der Abstand zwischen Ofen und Wänden wird vom Hersteller des jeweiligen Ofenmodells vorgegeben. Bringen Sie anschließend ein zugelassenes, nicht brennbares Material an den Wänden an. Sie haben drei Möglichkeiten: normale Ziegel mit hitzebeständigem Kaminputz, Schamottesteine oder unsere Vermiculitplatte. Alternativ können Sie sich für eine Wärmespeicherplatte entscheiden, über die Sie in diesem Artikel mehr erfahren.

Hinter dem Ofen muss außerdem ein rückseitiger Hitzeschutz angebracht werden. Dafür können Sie eine Vermiculitplatte verwenden. Sie bietet den bestmöglichen Schutz für die Umgebung Ihres Holz-Kaminofens.

Zum Schluss muss eine Registerplatte eingebaut werden; auch hierfür kann eine Vermiculitplatte als Registerplatte mit hitzebeständigem Silikon verwendet werden. Alternativ kann eine Registerplatte aus einem anderen nicht brennbaren Material eingesetzt werden, zum Beispiel aus Gusseisen oder Edelstahl.

Wartung von Holz-Kaminöfen

Bei der Wartung eines Holzofens muss die Dichtschnur rund um die Ofentür einmal jährlich ausgetauscht werden. Dafür bietet Vitcas Ofendichtschnur und Dichtschnurkleber an. Für den jährlichen Austausch können Sie ein Set zum Wechseln der Dichtschnur verwenden, das Schnur und Kleber enthält. Unseren Artikel darüber, wie man die Dichtschnur an der Ofentür ersetzt, können Sie hier lesen.

Der Ofen muss außerdem sauber gehalten werden. Dafür bieten wir Ofenglasreiniger für Kaminglas und Ofentüren sowie Kamin- und Rauchrohrreiniger für die Reinigung von Schornsteinen und Rauchrohren an.

Installation und Wartung eines an der Wand aufgestellten Holzofens

Für die Installation dieses Typs freistehender Öfen gelten dieselben Produkte und Hinweise wie bei der Installation eines Ofens in einer Nische. Da der Ofen jedoch an Wänden stehen wird, achten Sie darauf, dass die Wände mit einer Vermiculitplatte oder einer Kaminbauplatte gut gedämmt sind. Bei diesem Holzofentyp ist außerdem keine Registerplatte erforderlich.

freistehender Ofen an der Wand

Elektrische Öfen

Bei der Installation eines neuen Ofens können Sie sich jederzeit für eine Alternative zum traditionellen Holz-Kaminofen oder Scheitholzofen entscheiden. Ein Beispiel sind elektrische Öfen, die weniger Zeit erfordern, wenn ein Haus schnell beheizt werden soll, im Gegensatz zu Holzöfen, die Brennholz benötigen. Dass sie in dieser Hinsicht bequemer sind, bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass elektrische Öfen wirtschaftlicher sind.

Sicherheitsregeln für Holz-Kaminöfen

Die geltenden Sicherheitsvorschriften müssen immer beachtet werden. Am wichtigsten ist, dass die Bauvorschriften verlangen, dass ein bei HETAS registrierter Techniker die korrekte Installation des Holzofens und des Schornsteinzugs überprüft. Ein solcher Fachmann kann auch professionelle Unterstützung bei der Installation eines Holz-Kaminofens oder Schornsteins leisten.

Die Bauvorschriften verlangen außerdem, dass bei nahezu allen Holzöfen und Scheitholzöfen eine Schornsteinauskleidung in das Schornsteinsystem eingebaut wird. Eine Schornsteinauskleidung ist wichtig, weil sie giftige Gase und Kohlenmonoxid im Schornsteinzug hält und aus dem Haus abführt. Dadurch wird nicht nur verhindert, dass Bewohner giftige Gase einatmen, sondern auch das Brandrisiko reduziert. Wir empfehlen eine Auskleidung aus Edelstahl; eine keramische oder betonierte Auskleidung erfüllt jedoch ebenfalls ihren Zweck. Beachten Sie bei der Installation einer Schornsteinauskleidung, dass bei einem sehr hohen Schornstein möglicherweise eine Arbeitsbühne erforderlich ist, um die benötigte Stelle zu erreichen.

Wenn Sie eine Edelstahlauskleidung haben, muss nicht zusätzlich eine Registerplatte eingebaut werden.

Eine weitere Möglichkeit, dieses Risiko zu verringern, ist die Installation von Kohlenmonoxidmeldern. Ein solcher CO-Melder erkennt eine zu hohe Konzentration und warnt Sie rechtzeitig, damit Sie entsprechend reagieren können.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, die Ofentür stets geschlossen zu halten, um ein möglichst hohes Maß an Sicherheit zu gewährleisten.

Fazit

Dies sind die wichtigsten Empfehlungen und Punkte, die Sie zu Beginn der Installation eines freistehenden Holz-Kaminofens berücksichtigen sollten. Achten Sie vor allem darauf, die erforderlichen Vorschriften einzuhalten, um Ihre Sicherheit und die Sicherheit Ihres Haushalts zu gewährleisten.

Alle genannten Materialien für Öfen und Kamine finden Sie in unserem Shop. 

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