Anwendung des Systems aus hitzebeständigem Unterputz und Feinputz

Unser System aus hitzebeständigem Unterputz und Feinputz
12. Januar 2018 Edited Wird geladen … 2706 view(s) 4 min read
Anwendung des Systems aus hitzebeständigem Unterputz und Feinputz

Putz wird schon seit der Antike zum Verkleiden von Holz und Mauerwerk verwendet. Frühe Kulturen in Indien, China, im Nahen Osten und in Ägypten nutzten Putz als Witterungsschutz und um eine glatte Oberfläche zum Bemalen zu schaffen. Die Römer entwickelten später dekorative Stuckarbeiten weiter. Im Mittelalter wurden Putzen verschiedene Stoffe wie Pferdehaar beigemischt, um ihre Festigkeit zu erhöhen. Weitere Zusätze, darunter Milch, Urin und Bier, dienten dazu, die Elastizität zu verbessern. Dekorativer Stuck wurde zu einem wichtigen Element des Barock, als er geformt und modelliert wurde, um Marmor und Stein nachzuahmen.

Heute ist Innenputz meist schlichter und dient vor allem dazu, eine glatte Oberfläche zum Streichen oder Tapezieren zu schaffen.

Wenn Sie einen eingebauten Kaminofen oder einen in die Wand eingelassenen Kamineinsatz sehen, wirkt das Bild sauber und ruhig. Es gibt keine auffällige Verkleidung aus Fliesen oder Ziegeln, wie man sie von einem klassischen Kamin kennt. Der Ofen ist einfach Teil der Wand. Der Eindruck kann jedoch täuschen. Wie bei einem Eisberg geschieht vieles unter der Oberfläche: Das Innere der Nische muss richtig ausgekleidet sein, Schornstein und Rauchrohr müssen die Rauchgase ableiten, und die Wand rund um den Ofen benötigt eine besondere Behandlung, damit sie dauerhaft in gutem Zustand bleibt. Es überrascht nicht, dass Kaminöfen sehr heiß werden und ein Teil der Wärme auf die umliegende Wand übergeht. Normale Wohnraumwände sind in der Regel mit einer Schicht Standardputz versehen und anschließend gestrichen oder tapeziert. Dieser Putz enthält einen hohen Anteil Gips. Gewöhnlicher Putz reicht hier jedoch nicht aus – bei hohen Temperaturen trocknet er aus, bekommt Risse und löst sich schließlich ab.

Warum braucht man hitzebeständigen Feinputz und Unterputz?

Gipsputz, auch als Stuckgips bekannt, ist eine mineralische Verbindung, Calcium­sulfat-Dihydrat. Beim Erhitzen wird ihm ein großer Teil der Feuchtigkeit entzogen, wodurch ein Stoff entsteht, der sich leicht zu feinem Pulver vermahlen lässt. Nach Zugabe von Wasser beginnt er wieder zu einer festen Masse abzubinden. Gipsputz ist bei niedrigen Temperaturen wärmebeständig, verliert aber bei Erwärmung über 50 °C nach und nach seinen Wasseranteil, wird hart, reißt und beginnt sich abzulösen.

Um dies zu vermeiden, wird an Wänden rund um einen Kamineinsatz, in der Nähe von freistehenden Kaminöfen, Herden oder in anderen Bereichen mit hohen Temperaturen ein spezieller hitzebeständiger Feinputz eingesetzt, der Temperaturen bis 650 °C standhält, sowie ein Unterputz, der bis 1400 °C schützt.

Wie verwendet man hitzebeständigen Feinputz und Unterputz?

Auftragen von hitzebeständigem Putz

Hitzebeständiger Feinputz bildet eine dünne Oberflächenschicht mit einer Stärke von bis zu 6 mm. Obwohl er viel mit herkömmlichem Gipsputz gemeinsam hat und nach der Fertigstellung ähnlich aussieht, muss er für ein optimales Ergebnis etwas anders verarbeitet werden. Wenn Sie einen Ofen in einen bestehenden Schornsteinbereich einbauen, können Sie entweder Kamin-Unterputz oder eine Kaminbauplatte verwenden. Die einfachste Lösung ist jedoch, das System aus Unterputz und Feinputz auf der Vorderfläche einzusetzen.

Für ein zuverlässiges Ergebnis gehen Sie wie folgt vor:

Schritt 1: Oberfläche reinigen

Der erste Schritt für ein gutes Ergebnis besteht darin, sämtliche Reste alten Putzes vom Schornsteinbereich sowie von allen Werkzeugen und Arbeitsmitteln, etwa Mischkübeln, zu entfernen. Jede Spur von Gips kann den hitzebeständigen Putz verunreinigen, Klumpen bilden und dazu führen, dass er zu schnell abbindet.

Schritt 2: Unterputz

Sobald das Mauerwerk freigelegt und gereinigt ist, tragen Sie eine Schicht Kamin-Unterputz auf. Verwenden Sie sauberes kaltes Wasser, um die richtige Konsistenz für das Auftragen mit der Kelle zu erreichen.

Der Unterputz wird in der gewünschten Stärke auf eine leicht angefeuchtete Oberfläche aufgetragen. Die aufgeraute Oberfläche bildet den Haftgrund für den Feinputz. Bevor Sie mit dem Auftragen des Feinputzes fortfahren, muss die Unterputzschicht trocknen.

Lassen Sie den Unterputz drei Tage lang bei einer Temperatur von mindestens 20 °C gründlich trocknen, danach kann der Feinputz aufgetragen werden. Auch wenn 3 Tage empfohlen werden, hängt die tatsächlich erforderliche Zeit von Temperatur und relativer Luftfeuchtigkeit ab.

Sobald der Unterputz trocken ist, tragen Sie eine Schicht Haftgrundierung auf.

Schritt 3: Feinputz

Sobald die Haftgrundierung klebrig ist, ist die Oberfläche bereit zum Verputzen bis zu einer maximalen Stärke von 6 mm. Nach dem Trocknen bildet der Feinputz eine dichte Schicht, die nicht geschliffen werden kann. Deshalb ist es wichtig, ihn beim Auftragen mit der Kelle zu einer glatten Oberfläche abzuziehen.

Der Feinputz benötigt mindestens drei Tage, um gründlich zu einem hellgrauen Farbton durchzutrocknen. Während dieser Zeit sollten Kamin oder Ofen nicht benutzt werden. Im Allgemeinen empfiehlt es sich, den Ofen zunächst nur kurz und mit geringer Leistung zu betreiben und das Feuer schrittweise zu steigern.

Zum Schluss kann am Kamin oder im Bereich um den Ofen eine hitzebeständige Farbe als dekorative Oberflächenbeschichtung verwendet werden.

Previous article:
Next article:
Related posts
Aktualizacja preferencji plików cookie
Kontaktiere uns