Bei der Auswahl der Baumaterialien sollte berücksichtigt werden, welche Rolle der Kamin im Raum spielen soll. Planung und Ausführung des Kamins sorgen für die Sicherheit der Nutzer, geben ihm seine Funktion und machen ihn zu einem zentralen Gestaltungselement im Raum. Unabhängig davon, ob er das Haus heizen oder nur dekorativen Zwecken dienen soll, ist es wichtig, einen Kamin zu wählen, der nicht nur gut aussieht, sondern vor allem die Sicherheit der Bewohner gewährleistet.
Kamineinsätze können sich auf bis zu 400 °C erhitzen und sogar einen Brand verursachen. Deshalb sollten beim Einbau des Einsatzes bzw. Feuerraums immer feuerbeständige Materialien verwendet werden.
Kamineinbau Schritt für Schritt:
Schritt 1: Aufbau der Feuerstelle
Der Kamineinsatz/Einbauofen/Feuerraum muss auf einer Feuerstelle stehen, idealerweise aus Beton oder Stein, die als Schutzbarriere zwischen Feuerraum und Boden dient. Dieser Sockel kann auch als Ablagefläche für Holzscheite oder Kaminzubehör genutzt werden. Anschließend muss der Einsatz sicher an einen Schornsteinzug angeschlossen werden.
Schritt 2: Aufbau einer Kaminverkleidung
Wichtig ist ein sicherer und stabiler Rahmen, auf dem die Kaminverkleidung samt Dämmung aufgebaut wird. Dieser Schritt kann entfallen, wenn Sie eine Kaminbauplatte oder eine Wärmespeicherplatte verwenden möchten. Diese Platten sind hitzebeständig und speichern, je nach gewähltem Plattentyp, Wärme oder dienen als Dämmung. Beide Plattenarten lassen sich schnell und einfach montieren.
Schritt 3: Rückwand und Seitenwände des Kamins schützen
Wenn Sie sich dafür entschieden haben, den Kamin mit einem Rahmen zu bauen, müssen die Profile in gleichmäßigen Abständen und im passenden Winkel an der Rückwand montiert werden.
Achten Sie darauf, dass die von Ihnen gebaute Kaminverkleidung nicht den Rauchrohranschluss berührt, der die Rauchgase nach außen führt.
Anschließend dämmen wir die Rückwand mit dem gewählten Dämmmaterial.
Schritt 4: Die Vorderwand
Im nächsten Schritt werden die restlichen Profile montiert, die die Vorderwand des Kamins bilden. In diesem Stadium ist es wichtig, die Decke zu dämmen, da der obere Bereich der Kaminverkleidung bereits festgelegt ist.
Schritt 5: Wird die Kaminverkleidung mit Wärmespeicher- oder Dämmplatten gebaut?
In diesem Schritt werden, je nach Nutzungsanforderungen, die Seitenwände auf die gleiche Weise wie die Rückwand fertiggestellt: mit gleichmäßigen Abständen zwischen den Profilen und möglichst präziser Ausführung.
Dafür können Sie Kaminbauplatten zur Dämmung oder Wärmespeicherplatten verwenden. Weitere Informationen zu diesen Arten von Kaminverkleidungen finden Sie im weiteren Verlauf dieses Artikels.
Schritt 6: Fertigstellung der Kaminverkleidung
Der letzte Schritt besteht darin, den Kamin nach Ihrem persönlichen Geschmack dekorativ zu gestalten. Im letzten Teil des Artikels geben wir Ihnen einige Ideen, womit Sie den Kamin verkleiden können.
*Wir empfehlen jedoch, zuerst das strukturell verstärkte Gewebe mit dem hitzebeständigen Kleber HB60 zu verkleben und den Bereich anschließend zu verputzen, bevor er mit Stein, Fliesen usw. dekoriert wird.
Einen Kamin mit Brandschutzplatten bauen – welche Platte ist die richtige?

Wärmespeicherplatte
Wenn der Kamin als Wärmequelle dienen soll, empfiehlt sich der Einsatz von wärmespeichernden Materialien, zum Beispiel unserer Vitcas Wärmespeicherplatte oder unserer Schamottesteine mit hohem Aluminiumoxidanteil. Sie speichern die Wärme und geben sie noch lange nach dem Erlöschen des Feuers an den Raum ab.
Beim Bau eines Kamins mit Wärmespeicherplatten müssen die Platten miteinander verklebt und mit dem schnell abbindenden Vitcas HB10 Kleber befestigt werden. Danach wird die Fläche mit einer PVA-Haftversiegelung grundiert und anschließend mit einem glasfaserverstärkten Gewebe versehen, das in den hitzebeständigen Kleber HB60 eingebettet wird. Zum Schluss wird die gesamte Fläche mit hitzebeständigem Putz beschichtet.
Wenn Sie Schamottesteine für den Kamin verwenden, sollten diese mit feuerfestem Mörtel verarbeitet werden. Dabei handelt es sich um eine gebrauchsfertige Mörtelmischung, mit der die Steine bei einer dünnen Fugenstärke von 3 bis 5 mm zuverlässig befestigt werden. Die Schamottesteine müssen sauber und fettfrei sein, da sich auf einer porösen Oberfläche leichter Schmutz ablagert.
Um die Wärmespeicherwirkung zu erhöhen, können Wärmespeicherringe auf Edelstahl-Rauchrohren oberhalb des Kamineinsatzes bzw. Holzofens montiert werden. Die Ringe speichern die Wärme wirkungsvoll und geben sie noch stundenlang nach dem Erlöschen des Feuers wieder an den Raum ab, statt die Wärme ungenutzt über den Schornstein entweichen zu lassen.
Isolierende Kaminbauplatte
Nicht immer ist eine warme Kaminverkleidung erwünscht. In kleinen Räumen, in denen der Kamin nicht die einzige oder wichtigste Wärmequelle ist und zusätzliche Wärme nicht benötigt wird, kann eine gedämmte Kaminverkleidung die sicherere und passendere Lösung sein, besonders wenn kleine Kinder im Haus unterwegs sind.
Dämmstoffe zeichnen sich durch eine geringe Wärmeleitfähigkeit aus. Eine Kaminverkleidung aus solchen Platten bzw. Materialien bleibt daher vergleichsweise kühl.
Die isolierende Kaminbauplatte, mit der eine Kaminverkleidung ohne Rahmen und Metallprofile gebaut werden kann, zeichnet sich durch ihre hohe Temperaturbeständigkeit bis 1100 °C, gute Dämmeigenschaften sowie hohe Stabilität und mechanische Festigkeit aus. Trotz ihrer Festigkeit lässt sie sich mit einfachen Holzbearbeitungswerkzeugen wie einer Handsäge leicht zuschneiden. Zum Verbinden der Platten empfiehlt es sich, die Kanten mit Plattengrundierung vorzubehandeln und sie mit Plattenkleber zu verkleben.
Die gesamte Fläche sollte mit Vitcas HB60 und Glasfasergewebe vorbereitet und abgeschlossen werden. Eine zusätzliche Schicht hitzebeständiger Putz sorgt für eine glatte und gleichmäßige Oberfläche der Kaminverkleidung.
Was eignet sich als dekorative Außenschicht der Kaminverkleidung?
Hier finden Sie einige Ideen, wie Sie die äußere Schicht Ihrer Kaminverkleidung im Haus gestalten können.
Kaminplatten
Platten werden beim Kaminbau eingesetzt, dienen als Dämmung und benötigen nach dem Verputzen und Streichen keine weitere Oberfläche, um in jedem Raum ansprechend auszusehen.
Geeignete Arten von Kaminplatten:
Dämmplatten – beständig gegen hohe Temperaturen bis 1100 °C, nicht brennbar und mit sehr guten Dämmeigenschaften.
Schamotteplatten – hohe Wärmespeichereigenschaften, leicht zu verarbeiten und zu montieren, beständig gegen Temperaturen bis 1400 °C.
Vermiculiteplatten – beständig gegen hohe Temperaturen bis 1100 °C und gegen Temperaturschocks, für den direkten Kontakt mit Feuer geeignet, sehr langlebig und frei von Glasfaser, Mineralfasern und Asbest.
Alle diese Platten sind in unserem Shop erhältlich, einschließlich der Wärmespeicherplatten .
Ziegel
Ziegel ist ein keramisches Material, das sich langsam erwärmt, die Wärme dafür aber deutlich länger abgibt. Seine poröse Oberfläche begünstigt jedoch die Ansammlung von Schmutz. Um diesen Nachteil zu verringern, können spezielle Imprägniermittel verwendet werden. Für Kaminverkleidungen können auch Klinkerziegel mit glatter Oberfläche eingesetzt werden.
Eine mit Ziegeln verkleidete Kaminverkleidung verleiht Ihrem Innenraum, je nach Ziegelart und zusätzlicher Dekoration, einen rustikalen oder industriellen Charakter.
Stein
Stein ist ein beliebtes Verkleidungsmaterial, das dank der großen Auswahl an Steinarten zu nahezu jedem Einrichtungsstil passt. Sie können unter anderem Granit, Marmor, Sandstein oder Kalkstein verwenden.
Die Vorteile von Stein am Kamin sind seine Langlebigkeit, Nichtbrennbarkeit und hohe Beständigkeit gegen Verfärbungen.
Beton
Dieses Material empfiehlt sich besonders für Liebhaber eines modernen Stils. Es ergänzt klassische, skandinavische, minimalistische, Loft- und Industrieeinrichtungen sehr gut. Beton lässt sich leicht bearbeiten und in jeder Farbe streichen. Sein Nachteil ist die Schmutzempfindlichkeit, weshalb eine Imprägnierung erforderlich ist. Trotzdem ist Beton ein interessantes Material für einen Kamin.
Holz
Holz kann nicht allein direkt auf einer unverkleideten Kaminverkleidung verwendet werden, eignet sich aber als Ergänzung zu einer Kaminverkleidung aus Stein oder Ziegel. Mit Holz lässt sich eine Außenschicht im provenzalischen, rustikalen oder skandinavischen Stil gestalten. Bei der Verwendung von Holz müssen Sie jedoch daran denken, es fachgerecht von allen anderen Bauteilen zu isolieren, die sich erwärmen.



























